Zur Therapie der Schlafmittelvergiftungen

Abstract

Auf Grund von 42 selbstbehandelten Fällen wird als Therapie bei schweren Schlafmittelvergiftungen die intravenöse Applikation von großen Cardiazolmengen empfohlen. Die Dosis hat sich nach der Schwere des klinischen Bildes zu richten (bei geringer Reaktion auf stärkstes Kneifen 3–5 ccm, bei völliger Reaktionslosigkeit auf stärkstes Kneifen hin 5–7–10 ccm auf einmal injiziert, etwa 1 ccm pro Sekunde). Als einzige Komplikation kann bei Überdosierung oder bei zu schnellem Spritzen ein epileptiformer Anfall auftreten, der indessen belanglos zu sein scheint. — Die Blutdruckverhältnisse während eines solchen Krampfanfalles sind auch tierexperimentell genauer untersucht. Das Elektrokardiogramm zeigt nach intravenöser Einverleibung großer Cardiazolmengen bei Schlafmittelvergifteten keinerlei Änderungen. Die bei der Cardiazolkrampftherapie der Schizophrenie gelegentlich beobachteten Elektrokardiogrammänderungen müssen daher als Ausdruck des provozierten Krampfes und nicht als direkte Cardiazolwirkung angesehen werden.

DOI: 10.1007/BF01779844

Cite this paper

@article{Heinrich2005ZurTD, title={Zur Therapie der Schlafmittelvergiftungen}, author={Adolf Heinrich}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={18}, pages={1410-1416} }