Zur Technik der Messung der retino-corticalen Zeit beim Kaninchen

  • Hannelore Laue
  • Published 2004 in Albrecht von Graefes Archiv für Ophthalmologie

Abstract

Mit Makroelektroden ließen sich bisher nach Lichtreizung nur Wellenformen im elektrischen Projektionsfeld der Sehrinde beobachten, ohne daß man sich ihr gehäuftes Vorkommen im einzelnen erklären konnte. Mit Mikroelektroden wurde beobachtet, daß ein Einzelneuron bei Aufnahme des Reizlichtimpulses negativ gerichtete Spitzen entlädt. Durch Anwendung einer großen Lichtmenge fand sich jetzt, daß sich die eigentliche Antwort der Sehrindenprojektion an die Hirnoberfläche auf den etwa 40 msec währenden Initialkomplex einer positiven und negativen Auslenkung zu beschränken scheint. Dabei werden innerhalb letzterer wohl Neuronengruppen zur Entladung gebracht, was sich in Spitzen darstellt. Diese Darstellung konnte erzielt werden unter Ausschluß der Möglichkeit von Verletzungsentladungen durch eingeführte Elektroden. Die Spitzen-Entladungen auf den Lichtreiz hin vermehren sich nach wiederholter Reizung auf Grund der dann möglicherweise einsetzenden Reizbahnung. Anschließend kommt es anscheinend zu Regulationsvorgängen in Form der nachfolgenden Wellen abnehmender Frequenz. Nach etwa 500 msec findet sich wieder das normale Erregungsniveau des Grundrhythmus. Verschiedene bisherige Untersuchungsergebnisse der optischen Hirnrinde haben damit eine verbindende Klärung erfahren.

DOI: 10.1007/BF00685579

Cite this paper

@article{Laue2004ZurTD, title={Zur Technik der Messung der retino-corticalen Zeit beim Kaninchen}, author={Hannelore Laue}, journal={Albrecht von Graefes Archiv f{\"{u}r Ophthalmologie}, year={2004}, volume={160}, pages={171-180} }