Zur Pharmakologie des Quecksilbers

Abstract

Die ftir die Einverleibung des Quecksilbers in den menschlichen Organismus gew~hnlich zu Heilzwecken benutzten Verfahren lassen sieh beztiglich ihrer Miingel in zwei Gruppen theilen; bei denen der ersten weiss man nie, wie viel yon dem im Uebermaass gebotenen Medicament auch wirklich in der SMtemasse circulirt. Beispiele hierzu sind einmal die altehrwtlrdige Inunctionseur, denn ,,schon das eintachste und werthvollste Gesetz, das der Arzt bei einem stark gihig wirkenden Mittel genau wissen soll, welehe Gewichtsmenge desselben er dem KSrper einverleibt, ist bei der grauen Salbe nicht durchzufiihren." 1) Ferner mtissen sieh diejenigen Verfahten, bei welchen wasserunlSsliehe Verbindungen~ wie z. B. Calomel, subcutan injieirt werden, denselben Vorwurf gethllen lassen; auch die Curmethoden, welche die Quecksilberpr~tparate per os verabreiehen? leiden an dem gleichen Mangel, dass der Arzt infolge unvermuthet ausgiebiger und raseher Resorption durch Vergiftungssymptomc tiberraseht werden kann. Ein zweiter Missstand beraht darauf, dass alle die gew0hnliehen liSsliehen Queeksilbersalze vermSge der besonders starken Affinit~tt dieses Metalls zum Eiweiss local an den Applicationsstellen so stark ~ t z e n d wirken, wie kaum in anderes Metallsalz. gm diese loealen Wirkungen thunliehst zu verhtiten, hat man das Queeksilber in einer bereits mit Eiweiss verbundenen Form subcutan injieirt, wie v. B a rob er ge r 's Quecksilberalbuminat und -peptonat. Man stellte sich dabei wohl vor, dass das bereits yon dem leblosen Eiweiss aufgenommene Quecksilber die lebendigen Zellprotoplasmen versehonen wUrde. Wie die in der modernen Chemic gel~ufigen u indessen voraussehen lassen, wird der Dissociirbarkeit dieser Verbindungen entspreehend sehon an der Injectionsstelle ein grSsserer oder kleinerer

DOI: 10.1007/BF01833433

Cite this paper

@article{Dreser2005ZurPD, title={Zur Pharmakologie des Quecksilbers}, author={Dr. med. H. Dreser}, journal={Archiv f{\"{u}r experimentelle Pathologie und Pharmakologie}, year={2005}, volume={32}, pages={456-466} }