Zur Knochenbruchbehandlung der Finger

Abstract

tIinsiehtlich des Aufbaues untersoheiden rich die F ingerknoehen grundsgtzlich nieht yon anderen RShrenknochen. Die grol3en funktionellen Aufgaben der Finger bedingen jedoch einige BesonderheRen im Gesamtbau. Die Spongiosa ist iiberwiegend auf die gelenknahen Knochenabsehnitte besehr~nkt. I)agegen bestehen grolte Teile des Knoehensehaftes weRgehend aus harter, fast gefgl31oser Compaeta. Dieser besondere funktionelle Aufbuu ist am deutliehsten ausgeprgg"G am 3[ittelglied, wo die Druek~nd ZugkrgRe rich ~m s~grksten auswirken. Ein weiterer Untersehied der Fingerknoehen gegeniiber den anderen R6hrenknochen ist dutch den hoch spezialisierten Bau der Weiehteilh/ille gegeben. Abgesehen yon den Auslgufern der Mm. interossei und Mm. lumbrieales an den Grundgliedern fehlt an den Fingern ein Mnskelpolster. Statt dessert sind die Fingerknochen umgeben yon Sehnen, hTerven nnd Gef/il3en sowie einer besonders streekseitig ziemlieh diinnen I-Iaut. Schon kleine Verletzungen dieser dtinnen Weichteilhiille legen den Knochen frei. Geringe Verschiebungen der Bruchstfieke kSnnen sehr leicht zu Verletzungen der hoch empfindlichen Gewebe im sehmalen Weichteilmantel fiihren. Die Gefahr der Nebenverletz~mgen yon Sehnen, Gef~l~en und l<erven dureh den Knoehenbrneh ist wohl ka~m an einer anderen Gliedmal~enstelle so grol~ wie an den Fingern. Die Verteilung der einzeInen Bruch]ormen au/ die Finger ist aus der Tabelle 1 zu ersehen. Beim Vergleieh der Zahlen stelR man lest, dal] im allgemeinen die verschiedenen Bruehformen an den einzelnen Fingergliedern in gleicher Hgufigkeit auftreten. Trotzdem fallen einige Bruehformen auf, die an bestimmten Fingern gar nieht oder sehr selten zu linden sind, an anderen dagegen vermehrt. Einen Abbrueh des Streeksehnenansatzes am Endglied beobaehteten wir nur 3mal am Daumen. An den dreigliedrigen Fingern nimmt die I-Igufigkeit dieser Frakturform vora 2. zum 5. Finger hin zu. Eine genau entgegengesetzte Verteilung anf die versehiedenen Finger zeigt der KnochenausriI~ am Ansatz der Ligg: collateralia an den l~'ingergelenken. Diese Knoehenverletzungen sahen wir kaum an den dreigliedrigen Fingern, am meisten waren die Gelenkanteile der Daumenknochen betroffen. Der SehaRbruch des Grundgliedes wurde yon uns am hgufigsten am Kleinfinger und Danmen beobachtet. Bei der Durchsicht der angegebenen Unfallherggnge fiel auf,

DOI: 10.1007/BF01440040

Cite this paper

@article{Nockemann2005ZurKD, title={Zur Knochenbruchbehandlung der Finger}, author={Paul Ferdinand Nockemann}, journal={Langenbecks Archiv f{\"{u}r klinische Chirurgie}, year={2005}, volume={299}, pages={131-135} }