Zur Geschichte der Entdeckung Julius Robert Mayers

Abstract

l~asehenwerk darstellen. Dieses l%{erkmal mag vielleieht Geltung haben, wenn es sieh darum handeR, sehwere akute yon chronisehen Vergiftungserseheinungen zn unterseheiden (bei letzteren behalten die Zellen Zeit, ihre Inhaltstoffe in die Aehse zuriiekwandern z u lassen, d. h. der natiirliehe AbsterbeprozeB erf~.hrt nur eine Besehleunigung). Nieht aber diirfte das yon So rauer angegebene i~[erkmal geeignet sein, Rauchwirkung yon Frost und anderen plStzlieh wirkenden seh~dliehen Einfltissen zu unterseheiden. Wir kSnnen somit unser Urteil dahin zusammenfassen, dag trotz alte~ Bem/ihungen Hartigs, Sorauers u. a. die mikroskopische Untersuchung rauchkranker Organe fiir die Diagnostik der Rauchsch~den bisher wenig ]3rauehbares zutage gefSrdert hat. Es besteht die MSg]ichkeit, dab die Rauehgase aufler durch direkte Einwirkung auf die Blattorgane auch indirekt seh~digend auf die Vegetation einwirken, indem sic durch Niederschlgge dem Boden zugefiihrt, in diesem Ver~nderungen hervorrufen, welche letzten Endes sieh in Ern~hrungsstgrungen der darauf waehsenden Pflanzen bemerkbar maehen. ~[an hat diesen indirekten Einflnl3 lange Zeit arg unterseh~tzt; so wird er in dem Werke yon H~selhoff und Lindau, ,,Die Besehiidigung der Vegetation dnreh Raueh", 1903, ais durehaus belanglos abgetan. Das Verdienst WielersO ist es, naehgewiesen zu haben, dab die Ver~nderungen, welche tier Boden dutch niedergesehlagene saure Gase erleidet, zu schweren S%rungen des Pflanzenwaehstums fiihren kSnnen. Allerdings kann man Wider wohl kaum beistimmen, wenn er die Bedentnng dieser indirekten Vergiftangs erseheinungen derart hoeh einschgtzt, dal.% wie er meint, die direkten Wirkungen auf die oberirdisehen Organe im Vergleich zu jenen ganz in den HintergTund treten. Naeh Wieler besteht die sehiidliehe Wirkung der sauren Rauehgase auf den ]~oden in einer Anslaugung des darin enthaRenen Kalks. Die Versuehe, die Wieler anfiihrt, insbesondere die Ku!turversuche, die er abbildet, spreehen sehr ffir die Riehtigkeit seiner Annahme. Gleiehzeitig ha~ WieIer darer den Wet gewiesen, wie an der Hand der Pflanzen sell'st eine Diagno.se auf Bodenvergiftung durch Rauehgase gestellt werden kann. Xhnliehe Vorsehl~ge hat iibrigens aueh sehon Sorauer wiederhoR gemaeht und dabei ats Fangpflanze die Busehbohne (Phaseolus vulgaris) empfohlen. Der Versueh wird in der Weise angestellt, dal3 die Pflanzen einerseits in dem ranchverdgchtigen, andererseits in zweifetlos gesundem Boden (beide in Itolzkgsten) gezogen werden. Der Untersehied ira. Gedeihen der beiderlei Pflanzen gibt einen Anhalt fiir die Intensitgt der Bodenvergiftung. Eventuell kann der Versueh aueh noeh dahin, erweitert werden, dal] gesunder Boden in die Rauehlage gebraeht wird. 3/tan wird

DOI: 10.1007/BF01497222

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@article{Jentsch2005ZurGD, title={Zur Geschichte der Entdeckung Julius Robert Mayers}, author={Dr. Ernst Jentsch}, journal={Naturwissenschaften}, year={2005}, volume={4}, pages={90-93} }