Zur Frage des Hörvermögens der Fische

Abstract

Es wlire fi]r die Bewertung mechanistischer H5rtheorien von grosser Wichtigkeit, sicher zu wissen, oh ausscbliesslich der Basilarmembran die Eigenschaft zukommt, die Gehiirseindriicke zu perzipieren, oder ob auch andere Telle des hautigen Labyrinths diese Fi~higkeit besitzen. Die Ontogenese der h5heren Wirbeltiere lehrt, dass der cochleare Tractus bei diesen in frappal)tester Weise alle diejenigen Stadien durchliiuft, die wir in der aufsteigenden Reihe der Wirbeltiere als persistierend finden. ~'un steht aber die dem cochlearen Tractus homologe Lagena der Fische und der niederen Amphibien in ihrem ganzen Bau und speziell in der Art der peripheren Perzeptionselemente, z. B. dem Utriculus, also einem spezifischen Vestibularorgan, so ausserordeutlich nahe, dass eine analoge Funktion beider zum mindesteu nicht unwahrscheinlich ist. Auch die Crista in den Ampullen der Bogengange, deren statische Funktion sicher nachgewiesen ist, unterscheiden sich von den Maculae utriculi und den Maculae sacculi einzig durch die etwas li~ngeren Cilien ihrer ,HSrzellen". Endlich m~chte ich noch daran erinnern, dass auch die Perzeptionsstellen des Seitenorgans einen zwar einfacheren Bau als die Maculae aufweisen, aber doch jenen ausserordentlich nahe stehen. Fast alle neueren HSrtheorien arbeiten mit der Vorstellung einer mechauischen, automatischen Reproduktion des Schalls im Gehiirorgan und zwar speziell in der Basilarmembran. Ob es sich dabei um f r e i e , durch Resonanz ausgelSste Schwingungeu einzelner Querfasern (H e 1 m h o 1 t z) oder u m e r z w u n g e n e Schwingungeu der ganzen Membran [Ewa ld 1]) handelt, ist eine weitere Frage, auf die ich hier nicht eingehen mSchte. Die Grt~nde, welche mich dazu veraulassen, die H el m h o l t z' sche Theorie trotz aller Angriffe als

DOI: 10.1007/BF01680325

Cite this paper

@article{Bernoulli2005ZurFD, title={Zur Frage des H{\"{o}rverm{\"{o}gens der Fische}, author={Archimedes Bernoulli}, journal={Pfl{\"{u}ger's Archiv f{\"{u}r die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere}, year={2005}, volume={134}, pages={633-644} }