Zur Frage der interstitiellen Eierstockdrüse beim Menschen

  • J. Wallart
  • Published 2004 in
    Zeitschrift für Zellforschung und Mikroskopische…

Abstract

In einer im Jahre 1904 erschienenen Arbeit hatte ich fiber vergleichende Untersuchungen an Ovarien bei Blasenmole und bei normaler Schwangerschaft berichtet und war zum Schlusse gelangt, dab die zu den damals viel besprochenen sog. Luteincysten ftihrende Hypertrophie und Hyperplasie der Theca interna-Zellen nur einen graduellen Unterschied aufweist, mit gleichartigen Veri~nderungen der Theca interna wachsender und atresierender Follikel w/ihrend der normalen Schwangerschaft. Kurz zuvor, 1902, waren die klassischen Arbeiten von BouIN und LIMo~ tiber die interstitielle Eierstockdrfise bei gewissen Tieren ersehienen. Sie hatten mein ganzes Interesse in Anspruch genommen und eine Gegentiberstellung ihrer Schilderung mit den charakteristischen Ver~nderungen, die ich an schwangeren Ovarien festgestellt hatte, fiihrte mich zu der t~berzeugung, ,,dab eine sogenannte Glande interstitielle de l'ovaire im Sinne LIMO~s und BouINs aueh beim erwachsenen Weibe existiert". Dieser Ansicht pflichtete L. S~.iwz {1906) bei, allerdings mit dem Vorbehalte, dal3 er yon einer innersekretorischen Funktion dieser Drfise nicht tiberzeugt sei. An dem reichen Material des Pathologischen Institutes der Universit~t Basel, das mir yon dem damaligen Vorsteher, meinem frfiheren Lehrer, Herrn Prof. KAUFMA~C~r, bereitwilligst zur Verftigung gestellt worden war, machte ich nun Untersuchungen an Ovarien vom fetalen bis zum Greisenalter. 1908 gab ich die Resultate dieser Untersuchungen bekannt: Das menschliche Ovar besitzt eine interstitielle Driise/ Seither ist es um diese Frage nun nicht etwa stille geworden, im Gegenteil, und trotz des Umsehwungs in unseren biologisch-medizinischen Anschauungen, die, wenn ich mich so ausdrticken daft, in neuzeitlich gewebten, gefarbten und zusammengeftigten Stoffen das antike Kleid der ,,Umores" Galens angenommen haben! Der Streit der Meinungen tiber diese Frage hat die ganzen 30 Jahre seither fortbestanden und dauert noch heute an. Wir k6nnen hier auf die versehiedenen Phasen desselben nicht naher eingehen und verweisen auf eine sehr interessante und genaue Analyse von H. STIEV~ (1932) und ganz besonders auf die grfindliche Arbeit yon E. SEIF~RL~ (1936), die einen beinahe vollst/~ndigen historischen l~berbliek mit detaillierter Literaturangabe enthalten. Die Arbeit yon E. SEIFERLr: ,,Die sog. interstitiellen Zellen des Eierstockes und ihre Beziehungen zu Stroma und Ovarialzyklus, im besonderen beim Schwein", hat reich nun veranlaBt, zu der ganzen Frage bier kurz Stellung zu nehmen.

DOI: 10.1007/BF00368857

Cite this paper

@article{Wallart2004ZurFD, title={Zur Frage der interstitiellen Eierstockdr{\"{u}se beim Menschen}, author={J. Wallart}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Zellforschung und Mikroskopische Anatomie Abt. A}, year={2004}, volume={29}, pages={100-114} }