Zur Behandlung des Cor pulmonale mit dem Bird-Respirator

  • F. Witek
  • Published 2005 in
    Beiträge zur Klinik der Tuberkulose und…

Abstract

Die Problematik der Sauerstoff-Therapie bei chronischen Lungenerkrankungcn und ehronischem Cor pulmonale ist allgemein bekannt. Auf der einen Seite stellt eine hShergradige Hypoxiimie einc lebensbedrohliche Situation dar, auf der anderen Seite crlebt man im klblischen Alltag immer wieder, dab Patienten unter der Sauerstoffbrille oder im Sauerstoffzelt in tin respiratorisches Korea hineingleiten. Die medikament6se Beeinflussung dieses Zustandes mit zentralen Atemstimulantien fiihrt gerade in Fgllen mit schwerer bronehialer Obstruktion nicht zu dem gewfinschten Erfolg. Auch Verwcndung yon Oxymix 15st das Problem nicht. Einen echten Fortschrit t in der Therapie der ehronischen Lungenerkrankungen, im besonderen jener, die mit einer globalen Mangelbel/iftung einhergehcn, stellt die Sauerstoffbeatmung mit Hilfe des Bird-Respirators dar. Mit diesem Apparat wird dem Patienten mit leichtem l~berdruck ein Sauerstoff-Luftgemisch insuffliert. Nach dieser akt iven Insufflation muB der Patient gegen einen m/s regulierbaren Widerstand ausatmen. Als Folge des exspiratorisehen Widerstandes sinkt der endobronchiale Druek nur langsam ab, dadureh wird der Bronehiolarkollaps verhindert. Dutch diese Art der Beatmung kommt es zu einer Uberwindung der bronehialen Obstruktion und damit zu einer besseren alveol/~ren Belfiftung. Der Erfolg ist eine v611ige Sauerstoff-Aufs/ittigung bei gleichzeitiger Abatmung yon CO2 und damit eine giinstige Beeinflussung der respiratorisehen Acidose (Abb. 1). Die intermittierende Beatmung, d. h. Beatnmng ~[t St&lang im Intervall yon 1--2 Std, hat gegeniiber der Dauerbeatmung in der Praxis eindeutige Vorteile. Die Gefahr der Elektrolytentgleisung ist bei der intermittierenden Beatmung ~uBerst gering, die laufende Kontrolle des Elektrolytstoffwechsels und der Blutgase ist daher nicht notwendig. Wir haben im letzten halben Jahr an der I I . Medizinischen Abteilung des Wilhelminenspitals, Vorstand: Prof. Dr. F. MLczocH, 37 Pat ienten mit ehronisehen Lungenerkrankungen mit dem Bird-Respirator behandelt. Die wiehtigste Indikation, sehr oft eine vitale Indikation, war das schwere respiratorische Koma. Dieses respiratorische Koma wurde h/~ufig dureh einen interkurrenten Infekt bei Patienten, die an einem sehweren obstruktiven Emphysem und Cor pulmonale litten, ausgel6st. In solehen F/illen gelingt es durch regelm~iBige intermittierende Sauerstoffbeatmung kritische Tage zu fiberbr/icken. Man gewinnt durch die ki~nstliche Beatmung Zeit, um durch medikament6se Therapie den hffekt zu beks die Bronchialwege frei zu machen und eine kardiale Rekompensation zu erreiehen.

DOI: 10.1007/BF02179893

Cite this paper

@article{Witek2005ZurBD, title={Zur Behandlung des Cor pulmonale mit dem Bird-Respirator}, author={F. Witek}, journal={Beitr{\"a}ge zur Klinik der Tuberkulose und spezifischen Tuberkulose-Forschung}, year={2005}, volume={129}, pages={186-189} }