Zur Behandlung der Vulvovaginitis gonorrhoica mit Follikelhormon

Abstract

Die Wirkung der Behandlung der Vulvovaginitis gonorrhoica mit Follikelhormon ist unsicher, häufig ungenügend. Auch bei sehr langer Behandlung mit Follikelhormon sind Versager nicht selten. Gleichzeitige Behandlung der Vulvovaginitis gonorrhoica mit Follikelhormon und örtlich wirkenden antigonorrhoischen Mitteln verbessert die Erfolgsaussichten und vermag die Heilung zu beschleunigen. Die mit der Hormonzufuhr im kindlichen Körper nicht selten auftretenden Nebenerscheinungen sind nicht bedeutungslos. Die Auswirkung der Hormonzufuhr im Körper ist wohl auch nur zum Teil durch einfache klinische Untersuchung erkennbar. Mit der Möglichkeit unerwünschter Nebenerscheinungen muß auch dann gerechnet werden, wenn die klinische Untersuchung keine solchen Veränderungen erkennen läßt. Da der Heilerfolg durch Hormonzufuhr bei der gonorrhoischen Vulvovaginitis keineswegs befriedigend ist, sollte in der Anwendung des Follikelhormons bei dieser Krankheit größere Zurückhaltung geübt werden. Vor allem müssen Beobachtungen über die spätere Entwicklung der in der Kindheit mit Follikelhormon behandelten Mädchen vorliegen. Solange solche Beobachtungen fehlen, stellt die Behandlung mit Follikelhormon bei der doch gutartig verlaufenden Vulvovaginitis gonorrhoica ein unberechtigtes Wagnis dar. Für die Beurteilung der Erfolge ist eine genügend lang durchgeführte sorgfältige Nachbeobachtung unerläßlich.

DOI: 10.1007/BF02062322

Cite this paper

@article{Schirner2005ZurBD, title={Zur Behandlung der Vulvovaginitis gonorrhoica mit Follikelhormon}, author={Dr. G{\"{u}nther Schirner}, journal={Archiv f{\"{u}r Dermatologie und Syphilis}, year={2005}, volume={176}, pages={331-336} }