Zur Auffassung von Warnekros über Geburtsmechanik

Abstract

Fruehtwalze erzielt wird, zeigen am deutlichsten die RSntgenbilder bei SteiBlagen. Die freie Haltung des Kopfes und der unausgegliehene HMsausschnitt ist bei diesen Bildern ohne weiteres erkennbar Abb. 5). Einen direkten Beweis ftir das tats~ehliche Bestehen eines bevorzugten Uterusfundusdruekes und fiir die nut lockere Verbindung zwisehen Kopf und RumpI sehe ieh in den Bildern, bei denen bei SteiBlagen w~hrend der Austreibungsperiode infolge eines mechanisehen Hindemisses vortibergehend ein Tieferriicken des SteiBes unm6glieh gemaeht wnrde. Unter der Einwirkung eines vom Fundus ausgehenden iiberwiegenden Fundusdruckes kommt es zu Verkr/immungen der Wirbels~ule und zu Abknickungen des Kopfes gegen die Fruehtachse, die bei einem g!eiehm~Ng vorhandenen hydraulisehen Druck, der sich gleiehm~l~ig aUf alle Teile der Fruehtperipherie verteilen miil~te, unm6glieh w~ren (Abb. 6). Die Bilder sind nur zu verstehen, wenn man einen Uterusfundusdruek, der sich als Fruehtaehsendruck fortpflanzt,, annimmt und die Vorstellung einer allseitig in sich gefestigten FruehtwMze aufgibt. Mit dem Nachweis eines in der Austreibungsperiode keilf6rmig zugespitzten Fruchtk6rpers, der l~tngsgestreekten HMtung der Extremiti~ten und eines freien unausgeglichenen Halsaussehnittes fi~llt die Annahme einer Mlseitig durch Knochen gestfitzten, zylinderfSrmigen Fruehtwalze. An Stelle der angenommenen Fruchtwalze tritt im Verlau[ der Austreibungsperiode die Fruchtpyramide. Der kindliche K6rper besitzt eine weit grSl~ere Verforrabarkeit in sieh selbst, als man bisher annahm; und diese plastisehe Anpassungsf~higkeit fiihrt w~hrend des Durehtritts dureh den verengten Durchtrittssehlaueh zu der demonstrierten keilf6rmigen Versehmglerung des fStalen Rumples, zu der sog. Fruchtpyramide, deren beekenwgrts geriehtete Spitze unter dem yore Fundus ausgehenden Druek in den Beekenkanal hineinund dureh ihn hindurehgetrieben wird. Bei einem so geregelten und sehematiseh verlaufenden Vorgang wie der normalen Geburt, mtissen die angenommenen ursgehliehen Momente dieses Meehanismus auch Ms regelmgBiger Befund nachzuweisen sein; die theoretische Annahme einer FruehtwMze mit ihrer Verformungsund HMtungsspannung finder in den RSntgenbildern keine Bestgtigung. Dagegen linden wit regelmgl3ig die besehriebene Fruchtpyramide, die sieh aus dem Fundusdruck Ms dem treibenden Moment ungezwungen abldtet .

DOI: 10.1007/BF01970704

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@article{Sellheim2005ZurAV, title={Zur Auffassung von Warnekros {\"{u}ber Geburtsmechanik}, author={Herr Hugo Sellheim}, journal={Archiv f{\"{u}r Gyn{\"a}kologie}, year={2005}, volume={117}, pages={82-91} }