Zur Anwendung des Targesins bei Gonorrhöe mit Besonderer Berücksichtigung der Posterior- und Cervicalbehandlung

Abstract

Als ein Nachteil bet der Anwendung der Silbersalze in der lokalen Behandlung der Urethritis gonorrhoica mul3 es angesehen werden, dab sie in h6heren I~ionzentrationen einen st~rken chemisehen Reiz auf die Harnr6hrenschleimhaut ausfiben, durch den der Grad der Entzfindung in vielen F~llen noch gesteigert wird. Damit wird nicht selteil der Eintr i t t yon Komplikationen direkt begfinstigt. Es bedeutet deshalb einen Fortschritt , wenn die chemische Industrie uns jetzt Silberpr~parate in die Hand gibt, denen diese unerw~nschten Reizwirkungen ]ehlen, und die infolgedessen in starkster Konzentration angewendet werden k6nnen, wodurch bet mindestens gleicher Tiefenwirkung die bactericide "Wirkung erheblich vermehrt Wird. Ein solches Mittel, das sich m ir in einjahriger Yerwendung aufs beste bewahrt hat, ist das yon C. SIEBERT nnd H~RYK Co~II~ angegebene, von der chemischen Fabrik G6decke & Co., Akt.-Ges, Berlin, hergestellte Targesin ~ eine DiacetyltanninsilbereiweiBverbindung. Ieh habe den Eindruck gewonnen, dal~ dieses Pr~parat in seiner Auswirkung und Reizlosigkeit ( S A A L F E L D , LANGER und PEISER, HARRY) das rationeUste der bekannteil Silberpraparate ist. Injektionen mit I -2p roz . L6sung yon Targesin bringen den AusfluB bet akuter GonorrhOe schnell zurfick, die Triibung der ersten Urinportion lal~t bald nach bzw. t r i t t erst gar nicht besonders auf. Infolge der geringen Reizung der Schleimhaut finder ein l~bergreifen atlf die hintere Harnr6hre entschieden selten start. Die Filamente sind stundenlang nach der Injektion noch braun gef~rbt, ein Zeiehen ftir die durchdrinffende nnd nachhaltlge Wirkung des Mittels, die such yon STEII~BlSS, JACOBSOHN and LANGER experimentell, yon LANGER und PEISER klinisch bewiesen sind. Die Gonokokken sehwinden oft schon nach wenigen Tage~l, Trotzdem m6chte ich empfehlen, mit den Targesininjektionen nicht zu frfih aufzuh6ren. Wenn es such in einer Anzahl yon Fallen gelingt, den Tripp~, in etwa IO Tagen oder raanchmal auch in kfirzerer Zeit zur Abheilung zu bringen, erlebt man doch such mitunter, dal3 die Gonokokken nach Aussetzen des Tarffesins wieder auftreten, eine Beobachtung, die man fibrigens erkl~rlicherweise bet zu frflhem Aufh6ren such yon anderen Pr~paraten kennt. Ausgezeichnet hat sich mir das Targesin such bet ]3ehandlung der Urethritls gonorrh, post. bewAhrt. Um eine langer dauernde Wirkung auf die Schleimhaut der hinteren Harnr6hre zu erzielen, liel3 ich mir nach Art der yon mir frflher empfohlenen CholevalTragantl6sung einen ~'argesin-Tragantschleim anferti~en, den ich mit der Ultzmannsehen Tropfspritze in die hintere Harnr6hre einspritzte. Die Vorschrift hierffir lautet:

DOI: 10.1007/BF01733523

Cite this paper

@article{Schlenzka2005ZurAD, title={Zur Anwendung des Targesins bei Gonorrh{\"{o}e mit Besonderer Ber{\"{u}cksichtigung der Posterior- und Cervicalbehandlung}, author={Dr. A. Schlenzka}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={4}, pages={430-430} }