Zur „Aniseikonie“-Frage

Abstract

Der Aniseikonie, welche bei asymmetrischer Konvergenz unter bestimmten Bedingungen haploskopischen Sehens auftritt, liegt weder eine Asymmetrie der bilderzeugenden Apparate der Augen noch eine Asymmetrie des subjektiven Maßstabes zugrunde. In der zu beobachtenden subjektiven Bildungleichheit ist auch kein „Kompensations-mechanismus“ der bei asymmetrischer Konvergenz bestehenden ungleichen Bildgröße eines beobachteten Objektes in beiden Augen zu erblicken. Vielmehr besteht in diesem Falle eine „Aniseikonie“, d. h. eine Bildverschiedenheit im r. A. und l. A. überhaupt nicht. Durch Darbietung zweier gleichgroßer, abstandsgleicher, aber inkongruenter haploskopischer Vorlagen (Kreis und Quadrat) wird nur die Fusion sehr erschwert. Werden aber die beiden Halbbilder (Objekte) nicht zu einem Sammelbilde vereinigt, dann sind sie bei binokularer Beobachtung unter asymmetrischer Konvergenz nicht abstandsgleich und müssen daher dem r. A. und l. A. verschieden groß erscheinen. Das Phänomen dieser „Aniseikonie“ kann daher auch nicht als Test zur Beurteilung der „funktionellen Bildgröße des linken und rechten Auges“ verwendet werden, wie angegeben wurde.

DOI: 10.1007/BF01853472

Cite this paper

@article{Schubert2005Zur, title={Zur „Aniseikonie“-Frage}, author={Dr. G. E. Schubert}, journal={Albrecht von Graefes Archiv f{\"{u}r Ophthalmologie}, year={2005}, volume={140}, pages={55-60} }