Weltweiter Krankenrücktransport auf dem Luftweg

Abstract

Der weltweite Transport von Patienten auf dem Luftweg (Abb. 1) geschieht meist im Rahmen eines Versicherungsverhältnisses, bei dem der Patient über einen Reiseversicherungsschutz verfügt. Aber auch Selbstzahler lassen sich im Erkrankungsfall mit einem Ambulanzoder Linienflugzeug in die Heimat transportieren. Dabei darf der Patient hohe Ansprüche an die Qualifikation des notfallmedizinisch ausgebildeten Arztes haben, der die Begleitung dieses Krankentransportfluges übernimmt. Diese Anforderungen an den Arzt, die den Standards bei stationärer Behandlung entsprechen sollten, werden in dem folgenden Beitrag erläutert. Ebenso werden die rechtlichen Probleme dargestellt, die sich aus dem Zusammenspiel von Vertragsrecht, deutschem und ausländischem Recht ergeben. So gilt zwar für außervertragliche und insbesondere deliktische Ansprüche grundsätzlich das Tatortprinzip, unter Umständen besitzt der Patient jedoch ein Wahlrecht zu Gunsten des für ihn günstigeren Rechts. Weltweite Krankenrücktransporte (sog. Repatriierungen) werden zumeist mit Patienten aus dem Ausland durchgeführt, die über einen entsprechenden Reiseversicherungsschutz verfügen. Derartige Versicherungsverträge gibt es als Auslandsreise-Krankenversicherung, hinsichtlich der Leistungen in erweiterter Form auch als Reiseschutzbrief-Versicherungsvertrag oder auch als Versicherung von Beistandsleistungen auf Reisen und Rü c k t r a n s porten (vergleiche hierzu ausführl ich [4]). Die Einzelheiten dieser Ve r s i c h e rungsverträge darzustellen, ist nicht Ziel dieses Beitrages, soweit es nicht für das Verständnis der hier darzustellenden Problematik erforderlich ist. Neben Versicherungsnehmern kommen als Patienten derartiger Transporte auch Personen in Betracht, die sich als Selbstzahler im Falle ihrer Erkrankung im Ausland in ihre Heimat – oder zumindest heimatnah – transportieren lassen (soweit nicht für die nachfolgende Untersuchung erforderlich, wird generell von Patienten gesprochen). Zum Teil werden aber auch umgekehrt sich in Deutschland aufhaltende erkrankte Personen in ihr Heimatland transportiert. Derartige Transporte werden zum Teil über die jeweilige Botschaftsoder Konsularabteilung veranlasst. Als Transportmittel werden, insbesondere wenn größere Distanzen zurückzulegen sind, Flugzeuge (Ambulanzoder Linienflugzeuge) eingesetzt. Erlauben es der Zustand des Patienten und die zurückzulegende Distanz,erfolgen die Transporte in Krankenund R e t t u n g s transportwagen.In selteneren Fällen werden erkrankte Personen mit dem PKW zurückgefahren,was zumeist dann mögMedizinrecht: Krankentransport auf dem Luftweg Notfall & Rettungsmedizin 2000 · 3 :171–178 © Springer-Verlag 2000

DOI: 10.1007/s100490050223

Cite this paper

@article{Linden2000WeltweiterKA, title={Weltweiter Krankenr{\"{u}cktransport auf dem Luftweg}, author={Markus Linden}, journal={Notfall & Rettungsmedizin}, year={2000}, volume={3}, pages={171-178} }