Weitere Untersuchungen zur myogenen Natur der Autoregulation des Nierenkreislaufes

Abstract

Mit einer früher beschriebenen Methode wurde die linke in situ belassene Niere extracorporal aus den Carotiden über ein Windkesselsystem durchströmt. Es wurden das arterielle Stromvolumen, das Glomerulusfiltrat und die Urinmenge bei verschiedenen Perfusionsdrucken vor und nach Zusatz von muskulotropen Substanzen (Papaverin und Derivate) zur Perfusionsflüssigkeit bestimmt. 1 Die mit Perfusionsdrucksteigerung auftretende Autoregulation des Nierenkreislaufes wird durch Papaverin reversibel aufgehoben. 2 Die Autoregulation ist bei erythrocytenfreier Perfusion erhalten und wird ebenfalls erst nach Papaverinzusatz aufgehoben. 3 Das Glomerulusfiltrat bleibt bei der autoregulierenden Niere mit steigenden Perfusionsdrucken konstant. Bei aufgehobener Autoregulation (Papaverinzusatz) verhält sich das Glomerulusfiltrat druckpassiv, ist jedoch in niedrigen Druckbereichen gegenüber der Kontrolle vermindert. 4 Das Konzentrierungsvermögen der autoregulierenden Niere nimmt mit steigenden Perfusionsdrucken ab. Papaverinzusatz führt zu weiteren Abnahmen des Konzentrierungsvermögens. 5 Die Vermutung, daß der Autoregulation eine druckempfindliche Reaktion der Gefäßmuskulatur in der Niere zugrunde liegt, wird durch die Papaverinbefunde weiterhin gestützt. Intrarenale Blutungen, die nach längerer Einwirkung hoher Perfusionsdrucke bei aufgehobener Autoregulation nachweisbar sind, legen es nahe, die natürliche Reaktion der Nierengefäße u.a. als Schutzmechanismus besonders für das glomeruläre Capillarsystem aufzufassen. Die mit Perfusionsdrucksteigerung auftretende Autoregulation des Nierenkreislaufes wird durch Papaverin reversibel aufgehoben. Die Autoregulation ist bei erythrocytenfreier Perfusion erhalten und wird ebenfalls erst nach Papaverinzusatz aufgehoben. Das Glomerulusfiltrat bleibt bei der autoregulierenden Niere mit steigenden Perfusionsdrucken konstant. Bei aufgehobener Autoregulation (Papaverinzusatz) verhält sich das Glomerulusfiltrat druckpassiv, ist jedoch in niedrigen Druckbereichen gegenüber der Kontrolle vermindert. Das Konzentrierungsvermögen der autoregulierenden Niere nimmt mit steigenden Perfusionsdrucken ab. Papaverinzusatz führt zu weiteren Abnahmen des Konzentrierungsvermögens. Die Vermutung, daß der Autoregulation eine druckempfindliche Reaktion der Gefäßmuskulatur in der Niere zugrunde liegt, wird durch die Papaverinbefunde weiterhin gestützt. Intrarenale Blutungen, die nach längerer Einwirkung hoher Perfusionsdrucke bei aufgehobener Autoregulation nachweisbar sind, legen es nahe, die natürliche Reaktion der Nierengefäße u.a. als Schutzmechanismus besonders für das glomeruläre Capillarsystem aufzufassen.

DOI: 10.1007/BF00362973

Cite this paper

@article{Thurau2004WeitereUZ, title={Weitere Untersuchungen zur myogenen Natur der Autoregulation des Nierenkreislaufes}, author={Klaus Thurau and Kurt Kramer}, journal={Pfl{\"{u}ger's Archiv f{\"{u}r die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere}, year={2004}, volume={269}, pages={77-93} }