Vergleichende Untersuchungen über Funktionsbeeinflussung des Nerven und Muskels durch osmotisch bedingten Wasserverlust

Abstract

1. Muskel und periphere Nerven des Frosches werden in hypertonischen Dextroselösungen bei Gegenwart der Ringersalze gelähmt. Der Zeitpunkt des Lähmungseintritts ist abhängig von der Dextrosekonzentration und in bestimmten Grenzen abhängig von der Größe des osmotisch bedingten Wasserverlustes. Der Lähmung geht bei Muskel und Nerv ein Stadium der Übererregbarkeit voraus. 2. Die Lähmung des peripheren Nerven tritt in Dextroselösungen der gleichen Konzentration später ein als die des Muskels. 3. Der Nerv verliert bis zum Eintritt der Lähmung relativ mehr Wasser als der Muskel. 4. Der bis zur Funktionseinstellung eingetretene osmotische Wasserverlust lähmt den rasch entwässerten Muskel reversibel, während der langsam entwässerte Nerv seine funktion nur unvollkommen wiedererlangt. 5. Beim Muskel fallen das Maximum des Gewichtsverlustes und die Lähmung zeitlich nahe zusammen, während beim peripheren Nerven das Maximum des Gewichtsverlustes viel früher eintritt als die Lähmung. 6. Nach der Lähmung des Muskels, die mit dem Maximum des Gewichtsverlustes zusammenfällt, ist auch bei längerdauernder Einwirkung der hypertonischen Lösung kein weiterer Wasserverlust zu erzwingen; im Gegenteil nimmt nach Aufhören der Reaktionsfähigkeit des Muskels sein Gewicht in der hypertonischen Lösung wieder zu. Muskel und periphere Nerven des Frosches werden in hypertonischen Dextroselösungen bei Gegenwart der Ringersalze gelähmt. Der Zeitpunkt des Lähmungseintritts ist abhängig von der Dextrosekonzentration und in bestimmten Grenzen abhängig von der Größe des osmotisch bedingten Wasserverlustes. Der Lähmung geht bei Muskel und Nerv ein Stadium der Übererregbarkeit voraus. Die Lähmung des peripheren Nerven tritt in Dextroselösungen der gleichen Konzentration später ein als die des Muskels. Der Nerv verliert bis zum Eintritt der Lähmung relativ mehr Wasser als der Muskel. Der bis zur Funktionseinstellung eingetretene osmotische Wasserverlust lähmt den rasch entwässerten Muskel reversibel, während der langsam entwässerte Nerv seine funktion nur unvollkommen wiedererlangt. Beim Muskel fallen das Maximum des Gewichtsverlustes und die Lähmung zeitlich nahe zusammen, während beim peripheren Nerven das Maximum des Gewichtsverlustes viel früher eintritt als die Lähmung. Nach der Lähmung des Muskels, die mit dem Maximum des Gewichtsverlustes zusammenfällt, ist auch bei längerdauernder Einwirkung der hypertonischen Lösung kein weiterer Wasserverlust zu erzwingen; im Gegenteil nimmt nach Aufhören der Reaktionsfähigkeit des Muskels sein Gewicht in der hypertonischen Lösung wieder zu.

DOI: 10.1007/BF01867774

Cite this paper

@article{Brger2005VergleichendeU, title={Vergleichende Untersuchungen {\"{u}ber Funktionsbeeinflussung des Nerven und Muskels durch osmotisch bedingten Wasserverlust}, author={Max B{\"{u}rger and Ludwig Lendle}, journal={Archiv f{\"{u}r experimentelle Pathologie und Pharmakologie}, year={2005}, volume={109}, pages={1-21} }