Veränderungen in der Erythrozytendeformierbarkeit unter der Langzeitwehenhemmung mit einem Betamimetikum (Partusisten®)

Abstract

The relative flow rate of the red blood cells in a hematocrit of 10% was measured with a 5 μ nuclepore filter system. The influence of Partusisten was determined by the alteration of the red blood cells. The in vitro concentration of 0.1 ng Partusisten/ml blood resulted in a relative improvement of the flow rate, which we also found in normal pregnancies. However, in a vivo concentration of 4 μg intravenous Partusisten/min for 48 h, the red cell alteration properties decreased. After a greater time interval, the red blood cells alteration was about the same as in the pre-drug level. The uteroplacental perfusion changed in dependence to the concentration of the beta-mimetic drug (Partusisten). The presence of rigid red blood cells can be first seen in the microcirculation impairment. Depending on the concentration of Partusisten, a protective effect on the flow properties of the red blood cells could be achieved, which altered during pregnancy. However, in late gestosis, a lower dosage should be administered than in labor inhibition. Durch Messung der relativen Flußrate einer 10%igen Erythrozytensuspension, die durch einen 5 μ-Nucleporefilter strömt, wurde der Einfluß von Partusisten auf die Verformbarkeit der Erythrozyten untersucht. In vitro stellten wir bei einer Konzentration von 0,1 ng Partusisten/ml Blut eine signifikante Verbesserung der relativen Durchflußrate fest. Bei den in vivo-Dosierungen von 4 μg Partusisten/min, intravenös appliziert, fand sich dagegen eine Verschlechterung der Verformbarkeit nach 48 Std Tokolyse. Die weiteren Messungen zeigten keine statistischen Differenzen zum Ausgangswert. Da die uteroplazentare Perfusion konzentrationsabhängig durch ein Betamimetikum verändert werden kann, sind die von uns erhaltenen mikrorheologischen Parameter erste Hinweise dafür, daß lokal die Mikrozirkulation durch das Auftreten von rigiden Erythrozyten gestört werden könnte. Daraus ergibt sich die therapeutische Konsequenz, bei der Behandlung der Spätgestosen niedrigere Dosierungen als bei einer effektiven Wehenhemmung zu verwenden. Die Befunde geben Anhalt dafür, daß Partusisten konzentrationsabhängig in der Lage ist, einen protektiven Effekt auf die veränderten Fließeigenschaften des Blutes in der Schwangerschaft auszuüben.

DOI: 10.1007/BF02108907

Cite this paper

@article{Heilmann2005VernderungenID, title={Ver{\"a}nderungen in der Erythrozytendeformierbarkeit unter der Langzeitwehenhemmung mit einem Betamimetikum (Partusisten®)}, author={Lothar Heilmann and Friedhelm Buchholz}, journal={Archives of gynecology}, year={2005}, volume={226}, pages={251-260} }