Ueber fermentative Prozesse in den Organen

Abstract

Bekanntlieh gehen in den Geweben auch noeh nach dem Tode chemische Prozesse vor sich, die man wohl ohne Bedenken als denen w~hrend des Lebens g|eichartig ansehen kann, vorausgesetzt, dass die i~usseren Bedingungen denen w~hrend des Lebens mSgliehst iihnlich gemacht, und namentlich anderweitige, durch yon aussen herantretende Einfliisse hervorgerufene Umsetzungen u. s. w. ferngehalten werden~ also besonders~ wenn es gelingt, die Ths yon F~ulnissbakterien zu verhindern. Zur Entscheidung dariiber, ob ein chemischer Prozess ira thierischen Gewebe von iiberlebendem Protoplasma direct oder yon einem yon tier Zelle gelieferten Produkte, einem Enzyme~ oder von postmortalen fremden Einfiiissen abh~ngig sei~ hat E. Salkowski 1) des Chloroform und des C h l o r o f o r m w a s s e r empfohlen~ ein Mittel, welches bei grosset c h e m i s c h e r Ind i f f e r enz and L e i e h t f l i i c h t i g k e i t starke a n t i s e p t i s c h e und flit das P r o t o p l a s m a de le t s Eigenschaften besitzt, ohne die Wirkung der Enzyme zu stSren. In zerkleinertem Gewebe, mit Chloroformwasser (1 :10) iibergossen~ wird das Protoplasma abgetSdtet~ und Fs ferngehalten, wi~hrend die gelSsten Fermente ganz unangegriffen bleiben. Enthalten nun die so behandelten Gewebe Fermente, so mfissen diese in's Chloroformwasser fibergehen; wirken diese Fermente auf Substrate der Gewebe selbst Bin, so gehen die Produkte dieser Wirkung aueh in des Chloroformwasser fiber. Man hat also in dem Chloroformwasser ein vorzfigliches Mittel zur Aufsuchung yon Fermenten in den Geweben, zumal sich

DOI: 10.1007/BF01884386

Cite this paper

@article{Schwiening2005UeberFP, title={Ueber fermentative Prozesse in den Organen}, author={Dr. med. Heinrich Schwiening}, journal={Archiv f{\"{u}r pathologische Anatomie und Physiologie und f{\"{u}r klinische Medicin}, year={2005}, volume={136}, pages={444-481} }