Studien über die von der ABO-Antigenität abweichenden Erythrozytenpopulationen bei Leukämien

Abstract

Es wurde über 3 Fälle von akuter Myelose mit Vorkommen von 2 Erythrozytenpopulationen berichtet. Es handelt sich um die Kranken der Blutgruppen A1, A2 und B; der Prozentsatz der mit Anti-A- oder Anti-B-Seren nichtagglutinablen Erythrozyten schwankte bei ihnen zwischen 5% und 22%, durchschnittlich zwischen 10% und 17%. Die isolierten freien Blutkörperchen von Kranken der A1- und A2-Gruppe zeigten keine H/O/-Spezifität. Die Antihumanglobulin-Ablenkungsmethode bewies, daß an der Oberfläche der isolierten nichtagglutinablen Blutkörperchen praktisch keine Blutgruppenagglutinine gebunden wurden. Schwach positive Ergebnisse des direkten Antiglobulintestes und des Elutionstestes bezeugen die Beimengung von agglutinierten Erythrozyten in Suspensionen von freien Blutkörperchen. Der Kranke der Blutgruppe A2 wurde 1 Jahr vor Beginn der Erkrankung und noch im ersten Monat der Krankheit als A1 bestimmt; es wurden daher bei ihm 2 Veränderungen—der Agglutinabilitätsrückgang und die Entstehung von 2 Erythrozytenpopulationen—kombiniert. Bei einem weiteren Fall subakuter Leukämie der Blutgruppe A1B wurde die Anwesenheit von allen 4 ABO-Erythrozytentypen, d. i. O, A, B und AB nachgewiesen. Wegen vorheriger Transfusion des A- und B-Blutes bleibt jedoch dieses Phänomen diskutierbar, obgleich die Ausrechnung des Prozentsatzes der überlebenden A- und B-Blutkörperchen einen wesentlich geringeren Wert zeigte als bei der Untersuchung “freier” Erythrozyten. Die Verläßlichkeit der Methodik, die Frage der Blutgruppenzugehörigkeit von nichtagglutinablen Erythrozyten und die Abhängigkeit der Resultate vom klinischen Stand der Kranken wurden diskutiert. Report of three cases of acute myelosis with the presence of two erythrocyte populations. The patients were of blood groups A1; A2 and B. The percentage of erythrocytes not agglutinable by anti-A or anti-B sera varied between 5% and 22%—on the average between 10% and 17%. Isolated free corpuscles of patients A1 and A2 groups showed no H/O-specificity. The anti-human deviation method showed that there was practically no blood group agglutinin on the surfaces of the non agglutinable isolated red corpuscles. Admixture of agglutinated erythrocytes in suspensions of free erythrozytes gave weak positive results in the direct Antiglobulin test and also in the elution test. The A2 patient had been found to belong to this group a year before the onset of his illness and was still so in the first month, but was also found to be A1. In this case therefore, two changes had occurred:—regression of agglutinability and the development of two erythrocyte populations. In another case of subacute leukaemia of blood group A1B, the presence of all four ABO-erythrocyte types, d.i.O.B. and AB was demonstrated. Because of earlier transfusion this phenomenon is not quite clear-cut, although calculation of the percentage of ‘free’ erythrocytes. The reliability of the technique, the question of the groups of the non-agglutinable erythrocytes and the dependence of the results on the patient's clinical condition are discussed.

DOI: 10.1007/BF01635512

Cite this paper

@article{Mjsk2005StudienD, title={Studien {\"{u}ber die von der ABO-Antigenit{\"a}t abweichenden Erythrozytenpopulationen bei Leuk{\"a}mien}, author={Dr. med. A. M{\'a}jsk{\'y} and Tom{\'a}s Hraba and A. B{\'a}rtov{\'a} and V. Chudomel and M. Poslusn{\'a}}, journal={Blut}, year={2005}, volume={11}, pages={193-205} }