Studien über die Testaceenbesiedlung der Seen und Tümpel des Abisko-Gebietes (Schwedisch-Lappland)

Abstract

a. From 40 waters of the Abisko-district (Sweden, Lapland) 58 samples were collected (essentially samples from sediments). b. It is not possible to clear the origin of all discovered tests of sediments. The bottom of most waters was covered with mosses, from which vegetation, tests can come into the sediments. But also tests from other biotopes, can be found at the bottom. c. Nevertheless we can recognize typical characters of those species living in sediments. The prevalent type is the “Difflugia-type”. Those species of Centropyxis which immigrated into sediments demonstrate a trend towards the “Difflugia-type”. The immigration is possible from Aufwuchs, mosses and soils. 62,7% of the recorded tests belong to Difflugia, 17,8% to Centropyxis. d. The prevalent species in the sediments of the Abisko-district is Difflugia elegans var. teres, the next is D. glubolosa. e. A great number of investigated waters contained the oligotrophic species Centropyxis aërophila. Only one lake (Ruontenjaure) shows the association of dystrophic lakes. f. Some species are described taxonomically, for instance: Centropyxis nauwercki n.sp. C. nauwercki is very much like Difflugia, but is also connected with C. platystoma. The new species shows a trend from Centropyxis to Difflugia. g. C. aërophila can also immigrate into the Aufwuchs. There the species has membraneous tests. h. Geographical aspects of the sediment colonization are discussed. From 40 waters of the Abisko-district (Sweden, Lapland) 58 samples were collected (essentially samples from sediments). It is not possible to clear the origin of all discovered tests of sediments. The bottom of most waters was covered with mosses, from which vegetation, tests can come into the sediments. But also tests from other biotopes, can be found at the bottom. Nevertheless we can recognize typical characters of those species living in sediments. The prevalent type is the “Difflugia-type”. Those species of Centropyxis which immigrated into sediments demonstrate a trend towards the “Difflugia-type”. The immigration is possible from Aufwuchs, mosses and soils. 62,7% of the recorded tests belong to Difflugia, 17,8% to Centropyxis. The prevalent species in the sediments of the Abisko-district is Difflugia elegans var. teres, the next is D. glubolosa. A great number of investigated waters contained the oligotrophic species Centropyxis aërophila. Only one lake (Ruontenjaure) shows the association of dystrophic lakes. Some species are described taxonomically, for instance: Centropyxis nauwercki n.sp. C. nauwercki is very much like Difflugia, but is also connected with C. platystoma. The new species shows a trend from Centropyxis to Difflugia. C. aërophila can also immigrate into the Aufwuchs. There the species has membraneous tests. Geographical aspects of the sediment colonization are discussed. a. Es wurden 58 Proben (im wesentlichen Sedimentproben) aus 40 Gewässern des Abisko-Gebietes (in der näheren Umgebung des Latnjajaure) ausgewertet. b. Ob die gefundenen Schalen alle von Mitgliedern der Taxozönose der Sedimente stammen, muß bezweifelt werden. Da der Boden der untersuchten Gewässer oft von einer reichen Moosvegetation bedeckt ist, können viele Schalen von moosbewohnenden Formen herstammen. Außerdem können sich auch von anderen Lebensräumen Schalen im Sediment anreichern. Eine eindeutige Antwort auf die Herkunft aller Schalen im Sediment kann noch nicht gegeben werden, zumal es schwierig ist, volle und leere Schalen immer eindeutig zu unterscheiden. c. Trotzdem lassen sich für die sedimentbewohnende Taxozönose schon wesentliche Merkmale erkennen. Der vorherrschende Typ ist der “Difflugia-Typ”. Ins Sediment eindringende Centropyxis-Arten tendieren zur Umbildung in den “Difflugia-Typ”. Die Einwanderung kann sowohl vom Aufwuchs, als auch von den Moosen und dem Erdboden her erfolgen. 62,7% aller gefundenen Schalen gehörten zur Gattung Difflugia; 17,8% der Schalen gehörten zur Gattung Centropyxis. d. Die dominierende Art in den Sedimenten des Abisko-Gebietes ist Difflugia elegans, v.a. die Varietät teres. Es folgt D. globulosa. e. Die Mehrzahl der untersuchten Gewässer weist die für oligotrophe Gewässer charakteristische Centropyxis aërophila auf. Nur ein See (der Ruontenjaure) wies die in dystrophen Seen vorkommende Arcella-gibbosa-Gemeinschaft auf. f. Einige Formen wurden taxonomisch näher besprochen: Centropyxis nauwercki n.sp. Sie steht der Gattung Difflugia schon sehr nahe und ist durch Übergangsformen mit der Art C. platystoma verbunden. Die neue Art demonstriert gleichsam den Trend der sedimentbewohnenden Populationen von Centropyxis in Richtung Difflugia. C. nauwercki kann als Modell der Entstehung einer Difflugie mit Ringfurche aus der Gattung Centropyxis angesehen werden. g. Centropyxis aërophila dringt, wie auch in mitteleuropäischen oligotrophen Seen, wieder in den Aufwuchs ein. Membranöse Standortsvarietäten wurden im Aufwuchs des Kalcijaure festgestellt. Dieses Gewässer ist stark kalkhaltig. In Gemeinschaft mit C. aërophila kam Paraquadrula vor. h. Geographische Aspekte der Sedimentbesiedlung wurden kurz diskutiert. Es wurden 58 Proben (im wesentlichen Sedimentproben) aus 40 Gewässern des Abisko-Gebietes (in der näheren Umgebung des Latnjajaure) ausgewertet. Ob die gefundenen Schalen alle von Mitgliedern der Taxozönose der Sedimente stammen, muß bezweifelt werden. Da der Boden der untersuchten Gewässer oft von einer reichen Moosvegetation bedeckt ist, können viele Schalen von moosbewohnenden Formen herstammen. Außerdem können sich auch von anderen Lebensräumen Schalen im Sediment anreichern. Eine eindeutige Antwort auf die Herkunft aller Schalen im Sediment kann noch nicht gegeben werden, zumal es schwierig ist, volle und leere Schalen immer eindeutig zu unterscheiden. Trotzdem lassen sich für die sedimentbewohnende Taxozönose schon wesentliche Merkmale erkennen. Der vorherrschende Typ ist der “Difflugia-Typ”. Ins Sediment eindringende Centropyxis-Arten tendieren zur Umbildung in den “Difflugia-Typ”. Die Einwanderung kann sowohl vom Aufwuchs, als auch von den Moosen und dem Erdboden her erfolgen. 62,7% aller gefundenen Schalen gehörten zur Gattung Difflugia; 17,8% der Schalen gehörten zur Gattung Centropyxis. Die dominierende Art in den Sedimenten des Abisko-Gebietes ist Difflugia elegans, v.a. die Varietät teres. Es folgt D. globulosa. Die Mehrzahl der untersuchten Gewässer weist die für oligotrophe Gewässer charakteristische Centropyxis aërophila auf. Nur ein See (der Ruontenjaure) wies die in dystrophen Seen vorkommende Arcella-gibbosa-Gemeinschaft auf. Einige Formen wurden taxonomisch näher besprochen: Centropyxis nauwercki n.sp. Sie steht der Gattung Difflugia schon sehr nahe und ist durch Übergangsformen mit der Art C. platystoma verbunden. Die neue Art demonstriert gleichsam den Trend der sedimentbewohnenden Populationen von Centropyxis in Richtung Difflugia. C. nauwercki kann als Modell der Entstehung einer Difflugie mit Ringfurche aus der Gattung Centropyxis angesehen werden. Centropyxis aërophila dringt, wie auch in mitteleuropäischen oligotrophen Seen, wieder in den Aufwuchs ein. Membranöse Standortsvarietäten wurden im Aufwuchs des Kalcijaure festgestellt. Dieses Gewässer ist stark kalkhaltig. In Gemeinschaft mit C. aërophila kam Paraquadrula vor. Geographische Aspekte der Sedimentbesiedlung wurden kurz diskutiert.

DOI: 10.1007/BF00038728

Cite this paper

@article{Schnborn2004StudienD, title={Studien {\"{u}ber die Testaceenbesiedlung der Seen und T{\"{u}mpel des Abisko-Gebietes (Schwedisch-Lappland)}, author={Wilfried Sch{\"{o}nborn}, journal={Hydrobiologia}, year={2004}, volume={46}, pages={115-139} }