Sterben als Regelungsbedarf, Palliative Care und die Sorge um das Ganze

Abstract

Der Deutsche Bundestag hat im Herbst diesen Jahres an zwei aufeinander folgenden Tagen jeweils ein neues Gesetze verabschiedet: am 5. November 2015 in 2. und 3. Lesung das Gesetz zur Verbesserung der Hospizund Palliativversorgung in Deutschland und am 6. November 2015 das neue Sterbehilfegesetz. Die Forderung nach einer Stärkung von Palliative Care entstand durch die Debatte um einen Regelungsbedarf der Beihilfe zur Selbsttötung. Palliative Care beinhaltet eine umfassende Versorgungskonzeption und Praxis der Begleitung, die auf Bedürfnisse und Wünsche von Menschen am Lebensende reagiert. Neben medizinischen und pflegerischen können auch spirituelle und psychosoziale Angebote in Anspruch genommen werden. Stimmen, die das Konzept Palliative Care (häufig reduziert als Palliativmedizin benannt) auf die Agenda riefen, betonten, dass eine gute Palliative Care nachweislich Suizidwünsche bei Schwerstkranken reduzieren könne. Sie müsse deshalb flächendeckend ausgebaut und angemessen finanziert werden. Somit kamen strukturelle und ökonomische Fragen der Sterbebegleitung ins Spiel, während Vertreter der Hospizbewegung und Palliative Care als Opposition gegen Liberalisierungsbestrebungen des Assistierten Suizids fungierten.

DOI: 10.1007/s00481-015-0378-0

Cite this paper

@article{Kohlen2015SterbenAR, title={Sterben als Regelungsbedarf, Palliative Care und die Sorge um das Ganze}, author={Univ. Prof. Dr. Helen Kohlen}, journal={Ethik in der Medizin}, year={2015}, volume={28}, pages={1-4} }