Stellungnahme zur Arbeit von S. Ständer, K. Assmann, D. Nashan, B. Wigbels, T. Luger, D. Metze:¶“Lückenlos schnittrandkontrollierte Chirurgie am Paraffinschnitt von Melanomen im Gesicht”Hautarzt (2000) 51:826–832

Abstract

| Der Hautarzt 6•2001 542 Die Arbeit beschäftigt sich mit der klinisch hochrelevanten Frage des optimalen Sicherheitsabstandes bei der Exzision von malignen Melanomen im Gesicht. Gerade im Gesicht sollte der Sicherheitsabstand so groß wie nötig,aber aufgrund der möglicherweise entstellenden chirurgischen Eingriffe so klein wie möglich gewählt werden. Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass durch eine ausreichende Dimensionierung des Sicherheitsabstandes die Lokalrezidivrate deutlich gesenkt werden kann. Ein wesentlicher Aspekt bei der mikrographisch kontrollierten Chirurgie wird jedoch nur indirekt und nicht mit dem nötigen Gewicht angesprochen. Die Differenzierung einer Lentigo maligna und einer melanozytären Proliferation in der Epidermis stark UV-geschädigter Haut, speziell im Gesicht, gehört zu den schwierigsten Differenzialdiagnosen in der Dermatohistopathologie. Die Unterscheidung dieser beiden histologischen Bilder kann unmöglich sein [1]. Selbst in sicher gesunder Haut, beispielsweise auf der kontralateralen Seite des Gesichtes, können bisweilen an der dermoepidermalen Junktion vermehrte Melanozyten mit atypischen Zellkernen nachgewiesen werden. Die Entscheidung, ob eine Lentigo maligna in sano exzidiert worden ist oder nicht, kann in diesen Fällen nur durch eine gemeinsame Entscheidung des Histopathologen und des Operateurs, ggf. unter Berücksichtung von Probebiopsien aus kontralateral gelegener Gesichtshaut getroffen werden. Sicher kann die Rezidivrate von Melanomen im Gesicht durch eine schnittrandkontrollierte Chirurgie reduziert werden. Bei unkritischem Einsatz dieser Technik wird dies aber bei vielen Patienten durch überdimensionierte Sicherheitsabstände und damit unnötig starke operative Eingriffe im kosmetisch anspruchsvollen Gesicht erkauft. Aus diesem Grunde sind die guten Ergebnisse bei der Behandlung der Lentigo maligna mit nicht schneidenden Therapieverfahren, wie z. B. der Kryochirurgie, zu berücksichtigen [2]. Bei schwieriger klinischer und histologischer seitlicher Abgrenzung ist die Kombination aus einer Exzision einerseits und einer späteren Kryochirurgie, Laserabtragung oder Radiatio andererseits in Betracht zu ziehen. Hautarzt 2001 · 52 : 542–544 © Springer-Verlag 2001

DOI: 10.1007/s001050100176

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@article{Stuecker2001StellungnahmeZA, title={Stellungnahme zur Arbeit von S. St{\"a}nder, K. Assmann, D. Nashan, B. Wigbels, T. Luger, D. Metze:¶“L{\"{u}ckenlos schnittrandkontrollierte Chirurgie am Paraffinschnitt von Melanomen im Gesicht”Hautarzt (2000) 51:826–832}, author={Markus H F Stuecker and Peter Josef Altmeyer}, journal={Der Hautarzt}, year={2001}, volume={52}, pages={542-542} }