Sitzung der AG Gynäko- und Mammapathologie 2014

Abstract

Im Rahmen der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Gynäkound Mammapathologie anlässlich der 98. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie in Berlin wurden 16 freie Vorträge präsentiert, davon 13 aus dem Gebiet der Mammapathologie und 3 zum Thema Ovar [1]. Wie mehrfach in der Vergangenheit wurde auch dieses Mal auf 2 Übersichtsreferate zurückgegriffen, auf eines zum Thema Mammakarzinom und Gen expressionsprofile (Sinn), auf ein anderes zum neuen Staging des Ovarialkarzinoms nach FIGO bzw. UICC (Horn). In der Folge werden die einzelnen Vorträge kurz zusammengefasst. Taube et al. untersuchten die Häufigkeit neuroendokriner Zellen, definiert durch den immunhistochemischen Nachweis neuroendokriner Marker, in Typ-2Karzinomen des Ovars und deren prognostische Bedeutung. Eine Chromogranin-Abzw. Synaptophysin-Expression in mehr als 20% der Tumorzellen fand sich in 20 bzw. 2% der Typ-2-Karzinome und war mit einer ungünstigen Prognose vergesellschaftet. Heublein et al. fanden heraus, dass Her2-neu und der mit G-Protein verknüpfte Östrogenrezeptor (GPER) nur bei Gonadotropinrezeptor-negativen Ovarialkarzinomen prognostisch signifikant sind. Hauptmann et al. berichteten über die retrospektive Borderlinetumorstudie der AGO (ROBOT) und fanden inadäquates Staging, Residualtumor, fertilitätserhaltende Operationsweise und hohes FIGO-Stadium mit einem verkürzten progressionsfreien Überleben vergesellschaftet. Bei beinahe 8% der Patientinnen traten Rezidive auf, von denen mehr als ein Drittel seröse High-grade-Karzinome waren. In 4,5% der Fälle verliefen die Borderlinetumoren letal. Focke et al. zeigten anhand von 494 Mammakarzinomen, dass im Speziellen die Subtypisierung in Luminal-Aund Luminal-B-Tumoren auf Basis der St.-Gallen-Konsensuskriterien 2011/2013 stark durch die Methode der Bestimmung der Proliferation beeinflusst wird (Mitose index, Ki-67-Färbeindex je nach Lokalisation im Tumor bzw. abhängig vom „cut-off “). Varga et al. untersuchten anhand der Stanzbiopsien von 55 Mammakarzinomen die Korrelation mit der Bestimmung des Oncotype-DX-Rezidivscores am Operationspräparat. Dabei konnte kein Parameter für die Vorhersage der intermediären Rezidivgruppe gefunden werden, der an den Stanzbiopsien anwendbar wäre. Sinn fasste die Bedeutung der Genexpressionsassays für Klassifikation, Prognose und Prädiktion in einem Übersichtsreferat zusammen und kam zu dem Schluss, dass derzeit keine der Signaturen (Oncotype DX, EndoPredict, MammaPrint, ProSigna und MammaTyper) imstande ist, die klassischen klinisch-pathologischen Parameter zu ersetzen. Hingegen vermögen die Genexpressionsprofile Zusatzinformationen für jene Fälle zu liefern, in denen auf andere Weise keine klare Indikation für eine Chemotherapie erzielt werden kann. Pfitzner et al. berichteten über die Assoziation einer hohen Expression des Proteins RANK im Mammakarzinom mit einer verstärkten Sensitivität gegenüber Chemotherapie, aber auch einem erhöhten Risiko für Rezidiv und Tod. Aufgrund der ausgeprägten Korrelation mit dem histopathologischen Differenzierungsgrad und dem Hormonrezeptorstatus ergibt sich daraus aber keine unabhängige prädiktive und prognostische Information. Die Untersuchungen waren an 602 Mammakarzinomen der GeparTrioStudie durchgeführt worden. Münz et al. berichteten über neue Epitope des Proteins Mammaglobin A, die CD8-positive T-Zellen zu aktivieren vermögen. Diese Erkenntnis könnte in der Zukunft für eine Impfung eingesetzt werden. Poremba et al. untersuchten die Bedeutung präanalytischer Parameter auf den EndoPredict-Test und fanden heraus, dass weder eine verzögerte Fixierung bis zu 12 h noch eine Fixationsdauer von bis zu 5 Tagen das Ergebnis beeinflusste. Focke et al. analysierten mittels eines Ringversuchs den Ki-67-Färbeindex anhand von Tissue-Microarrays mit Mammakarzinomproben. Die Ergebnisse der teilnehmenden 25 Pathologieinstitute aus Deutschland und 4 weiteren europäischen Ländern ergaben eine Standardabweichung von 18,4%. Dies stellt die Bedeutung der Ki-67-Untersuchung für die molekulare Subklassifikation des Mammakarzinoms in ein kritisches Licht. Klauschen et al. bestimmten den Ki67Färbeindex mittels speziell entwickelter Software am Computer und wandten die Methode an mehr als 1100 Patientinnen in der GeparTrio-Studie an. Es zeigte sich im Vergleich zur konventionel-

DOI: 10.1007/s00292-014-2003-2

Cite this paper

@article{Lax2014SitzungDA, title={Sitzung der AG Gyn{\"a}ko- und Mammapathologie 2014}, author={Prof. Dr. S.F. Lax}, journal={Der Pathologe}, year={2014}, volume={35}, pages={284-286} }