Radiologie heute Dienstleistungsunternehmen, Hort der Apparate- und Verschwendungsmedizin oder Katalysator des Klinikums?*

Abstract

Die Diagnostische Radiologie ist ein Dienstleistungsunternehmen, sowohl in der freien Praxis als auch im Krankenhaus. Das wird schon daraus deutlich, daß die überwiegende Mehrzahl der Patienten zu einer bestimmten Leistung überwiesen wird. Es fehlt durchaus nicht an Anstrengungen, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien und quasi als gleichberechtigter Facharzt mit einem definierten Leistungskatalog in den Wettbewerb um den Patienten einzutreten. Diese Intentionen sind in den USA stärker ausgeprägt als hier, da auch unser Gesundheitswesen solche Tendenzen nicht unterstützt. Also bleibt das Dienstleistungsunternehmen, welches allerdings im Sinne moderner Dienstleistungsunternehmen reformiert werden muß. Mit einer „Postschaltermentalität“ leistet man dem Fach einen Bärendienst und begünstigt Bestrebungen der anderen Disziplinen, mit möglichst wenig radiologischen Leistungen auszukommen. Völlig irreführend ist der Glaube, daß die medizinische Bildgebung heute und für alle Ewigkeit in Händen der diagnostischen Radiologen bleibt. Schon jetzt entscheiden in anderen Ländern (z. B. USA) große Gesundheitskonzerne darüber, wo sie welche Dienstleistung zu welchem Preis einkaufen, d. h., daß in nicht so weiter Ferne der Primäroder Facharzt zwar eine bestimmte bildgebende Untersuchung anfordern kann, eine 3. Organisation jedoch darüber befindet, wo diese durchgeführt wird [1]. Aus dem Gesagten können nur folgende Schlüsse gezogen werden:

DOI: 10.1007/s001170050170

Cite this paper

@article{Peters2014RadiologieHD, title={Radiologie heute Dienstleistungsunternehmen, Hort der Apparate- und Verschwendungsmedizin oder Katalysator des Klinikums?*}, author={Peter E. Peters}, journal={Der Radiologe}, year={2014}, volume={36}, pages={997-999} }