Quantitative Beobachtungen bei der akuten Dehydratation des Säuglings

Abstract

Eine exakte Methode zur Bestimmung des aktuellen Wassergehaltes in Vollblut und Plasma beim Säugling mit Hilfe der Karl Fischer-Methode wird beschrieben. Der normale Wassergehalt im Gesamtblut beträgt beim gesunden, 2–12 Wochen alten Säugling 85,4±0,35% des Blutvolumens, der Plasmawassergehalt 94,7±0,31%. Bei Exsiccosen im Rahmen einer Ernährungsstörung läßt sich mit dieser Methode eine Eindickung des Blutes bis zu 12% unter dem Normalwert, des Plasmas bis zu 10% unter dem Normalwert feststellen. Eine größere Eindickung ist auch in der Durstexsiccose bei Diabetes insipidus-Säuglingen nicht zu provozieren und scheint kaum mit dem Leben vereinbar zu sein. Die Rehydration verläuft in Abhängigkeit von der Schwere der Dehydration trotz intensiver Infusionstherapie über Tage und ist in schweren Fällen erst bis zum 15. Behandlungstag abgeschlossen. Zumeist normalisiert sich dabei Blut-und Plasmawasser gleichförmig. Bei der Infusionstherapie können dabei zeitliche Verschiebungen auftreten, die im einzelnen beschrieben werden. In fast allen Fällen läßt sich nachweisen, daß der klinische Eindruck über den Grad der Exsikkation bei der Aufnahme wie auch über die Dauer der Rehydratation nicht mit den exakt meßbaren Werten übereinstimmt. Der tatsächliche Schweregrad einer Exsikkation ist offenbar im Blut geringer als man bisher angenommen hat, während die Normalisierung länger dauert, als es der klinische Eindruck anzeigt.

DOI: 10.1007/BF00447189

Cite this paper

@article{Schroeder2004QuantitativeBB, title={Quantitative Beobachtungen bei der akuten Dehydratation des S{\"a}uglings}, author={Pixie Schroeder and Hans Ewerbeck}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Kinderheilkunde}, year={2004}, volume={87}, pages={507-515} }