"PuMa reloaded" - Überlegungen zu einer Erneuerung des Public Management im Lichte von Electronic Government

Abstract

Neue, durch moderne IKT ermöglichte prozessorientierte Organisationsformen und neue Architekturen der organisationsübergreifend vernetzten Leistungserstellung und -abgabe in Verbindung mit neuen institutionellen Arrangements im öffentlichen Sektor („Öffentliche Leistungsnetzwerke“) bedeuten zugleich auch neue Herausforderungen an das bislang primär einzelbetrieblich orientierte Public Management. Der Beitrag enthält Vorschläge zu einem theoretischkonzeptionellen Bezugsrahmen für ein im Lichte von E-Government erneuertes Public Management (PuMa), das die Gestaltung der vernetzten Produktion öffentlicher Leistungen auf der Basis leistungsfähiger Infrastrukturen ebenso in den Blick nimmt wie die kontextadäquate und effiziente Steuerung dieser Produktion im Dienste politisch legitimierter regulatorischer Interventionen. 1 Einleitung: Neue Produktionsmodelle durch E-Government Nachdem der Fokus des Public Management (PuMa) über viele Jahre auf ein Neues Steuerungsmodell (NSM) für öffentliche Verwaltungen gerichtet und das Interesse an Fragen der Gestaltung der Leistungsprozesse nicht sonderlich ausgeprägt war [BR11a], legt die moderne Informationsund Kommunikationstechnik inzwischen neue Produktionsmodelle und -konzepte in Form „Öffentlicher Leistungsnetzwerke“ nahe [zum Beispiel Br06; SR10], mit denen bestehende Grenzen zwischen Organisationen und Verwaltungsebenen überschritten werden können: Im Zuge einer vernetzten Erfüllung öffentlicher Aufgaben bilden sich neuartige Formen der Arbeitsteilung und Kooperation zwischen öffentlichen Verwaltungen untereinander, aber auch mit zivilgesellschaftlichen Nonprofit-Organisationen und privaten Unternehmen heraus. Neue, prozessorientierte Organisationsformen und neue Architekturen der Leistungserstellung in Verbin24 Martin Brüggemeier und Manfred Röber dung mit neuen institutionellen Arrangements bedeuten neue Herausforderungen für die Gestaltung der Produktion und deren Steuerung sowie für die politische Legitimation des Gesamtarrangements der Aufgabenerfüllung. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Public Management – hier verstanden als interdisziplinär aufgeschlossene betriebswirtschaftliche Lehre von der effizienten und effektiven Erfüllung öffentlicher Aufgaben – anders zu konzeptualisieren und paradigmatisch weiterzuentwickeln ist. Es gilt vor allem, die bislang dominierende intraorganisationale um eine interorganisationale Perspektive zu erweitern. Dies bedeutet aber nicht, dass die bislang primär auf die Einzelorganisation fokussierte institutionell-betriebliche Perspektive des Public Management gänzlich irrelevant wird. Ein solches einzelwirtschaftlich ausgerichtetes Management muss allerdings eingebettet sein in ein System, mit dem komplexe Organisationsgeflechte wirksam gestaltet und verantwortlich gesteuert werden können. Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die theoretisch-konzeptionellen Konturen für die weitere Ausarbeitung eines Public Management der zweiten Generation zu skizzieren, das den zukünftigen Anforderungen IT-basierter vernetzter Leistungserstellung im öffentlichen Sektor umfassend Rechnung trägt. 2 Öffentliche Leistungsnetzwerke als Management-Herausforderung

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@inproceedings{Brggemeier2012PuMaR, title={"PuMa reloaded" - {\"{U}berlegungen zu einer Erneuerung des Public Management im Lichte von Electronic Government}, author={Martin Br{\"{u}ggemeier and Manfred R{\"{o}ber}, booktitle={FTVI/FTRI}, year={2012} }