Polarisationsmikroskopische Untersuchungen über den Faserverlauf des Zahnzementes des Menschen

  • Pius Schmid
  • Published 2004 in
    Zeitschrift für Zellforschung und Mikroskopische…

Abstract

1. Die Faserstruktur des Zementes wird an Quer-, Längs- und Tangentialschnitten von 207 menschlichen Zahnwurzeln im Polarisationsmikroskop untersucht. 2. Das Faserzement zeigt 1–3 Schichten. In der dem Dentin direkt aufliegenden ersten Zementlage sind die Sharpey-Fasern senkrecht zur Oberfläche gerichtet. In zweiter und dritter Lage zeigen sie teils radiären, teils tangential abgewinkelten Verlauf. Die Fasern bilden oft größere Gruppen und durchziehen das Zement in schräg gegen die Wurzelspitze laufenden Bündeln. 3. Das Osteozement zeigt eine innere gitterartige strukturierte Schicht mit sich kreuzenden Faserrichtungen, die wir „Gitter-Osteozement“ nennen, und darauf gelagertes „parallelfaseriges Osteozement“, dessen Faserrichtung schichtenweise wechselt. 4. Im parallelfaserigen Osteozement sind die Faserbündel radiär bis schräg tangential zum Umfang der Wurzel gerichtet. Überkreuzungen kommen nur in aufeinanderfolgenden Lamellen vor. Innerhalb einer Lamelle bleibt die Faserrichtung die gleiche. Am Apex verlaufen die Fasern horizontal, im übrigen sind sie schräg abwärts gegen die Wurzelspitze gerichtet. 5. Im gitterartig gebauten Osteozement überkreuzen sich die diagonal verlaufenden Einzelfasern in derselben Schicht. Ihre Richtung ist beidseitig schräg tangential zum Umfang der Wurzel und schräg gegen die Wurzelspitze. 6. Als Ganzes bilden die Faserbündel im Zement ein Netzwerk von radiären, schrägen und tangentialen Strängen, die gleichzeitig nach apikal orientiert sind. Diese Anordnung schützt den Zahn gegen Torsion und Kippung und ermöglicht die Übertragung des Kaudruckes als Zug auf die Periodontalfasern. 7. Die einzelnen Zementschichten umhüllen nicht die ganze Wurzel, sondern bedecken nur größere Bezirke derselben. 8. Die Grundstruktur des Zementes ist unabhängig von Alter, Geschlecht und Zahngattung. Sie wird durch mechanische Beanspruchung beeinflußt. Die Faserstruktur des Zementes wird an Quer-, Längs- und Tangentialschnitten von 207 menschlichen Zahnwurzeln im Polarisationsmikroskop untersucht. Das Faserzement zeigt 1–3 Schichten. In der dem Dentin direkt aufliegenden ersten Zementlage sind die Sharpey-Fasern senkrecht zur Oberfläche gerichtet. In zweiter und dritter Lage zeigen sie teils radiären, teils tangential abgewinkelten Verlauf. Die Fasern bilden oft größere Gruppen und durchziehen das Zement in schräg gegen die Wurzelspitze laufenden Bündeln. Das Osteozement zeigt eine innere gitterartige strukturierte Schicht mit sich kreuzenden Faserrichtungen, die wir „Gitter-Osteozement“ nennen, und darauf gelagertes „parallelfaseriges Osteozement“, dessen Faserrichtung schichtenweise wechselt. Im parallelfaserigen Osteozement sind die Faserbündel radiär bis schräg tangential zum Umfang der Wurzel gerichtet. Überkreuzungen kommen nur in aufeinanderfolgenden Lamellen vor. Innerhalb einer Lamelle bleibt die Faserrichtung die gleiche. Am Apex verlaufen die Fasern horizontal, im übrigen sind sie schräg abwärts gegen die Wurzelspitze gerichtet. Im gitterartig gebauten Osteozement überkreuzen sich die diagonal verlaufenden Einzelfasern in derselben Schicht. Ihre Richtung ist beidseitig schräg tangential zum Umfang der Wurzel und schräg gegen die Wurzelspitze. Als Ganzes bilden die Faserbündel im Zement ein Netzwerk von radiären, schrägen und tangentialen Strängen, die gleichzeitig nach apikal orientiert sind. Diese Anordnung schützt den Zahn gegen Torsion und Kippung und ermöglicht die Übertragung des Kaudruckes als Zug auf die Periodontalfasern. Die einzelnen Zementschichten umhüllen nicht die ganze Wurzel, sondern bedecken nur größere Bezirke derselben. Die Grundstruktur des Zementes ist unabhängig von Alter, Geschlecht und Zahngattung. Sie wird durch mechanische Beanspruchung beeinflußt.

DOI: 10.1007/BF00335065

Cite this paper

@article{Schmid2004PolarisationsmikroskopischeU, title={Polarisationsmikroskopische Untersuchungen {\"{u}ber den Faserverlauf des Zahnzementes des Menschen}, author={Pius Schmid}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Zellforschung und Mikroskopische Anatomie}, year={2004}, volume={36}, pages={319-332} }