Phosphatbestimmung in Wenigen Tropfen Serum

Abstract

Therapie bezfiglich der Intetligenzentwicklung unter Berficksichtigung der Liquorbefunde. Ebenfalls w~ire eS wesentlich, bei den yon MEYERSTEIN angeffihrten Kindern, die ihre Nervenlues ohne ]3ehandlung bekommen haben, die voraugegangelle Behandlung der Eltern festzustellen, die (nach FlSCHL) ft~r die Gestaltullg des Krankheitsverlaufes beim Kinde yon groBer ]3edeutung sein kann. Die Statistik yon PESE ist gewiB nicht sehr groB, immerhin kann sie bei der groBen Schwierigkeit derartiger Nachuntersuchungen neben der Mehrzahl des bisher vorliegenden statistischen Materials fiber die Spiitfolgen der kongenitalen Lues bestehen (45 Yi~lle) und jedenfalls scheint sie in bezug ant den hohen Prozentsatz geistig Minderwertiger bei reiner Salvarsanbehandlung zu stimmen, denn da besteht eine auffallende Obereinstimmung mit den Zahlen anderer Nachuntersucher, die sich zu den Ffirsprechern energischer Salvarsanbehandlung ziihlen, wie ERICH MOLLER selbst (PEsE: 57%, MOLLER: 56,4%), AHMANN, BOAS und LENSTRUP, wobei doch bemerkt werden mu13, dab die psychisch mehr oder minder leicht defekten Kinder im Gegensatz zu MEYERSTEIN nieht mehr zu den gesunden gereehnet werden dfirfen: denn oh es den erziehlichen ]3emfihungen gelingt, sic schlieBlich lloch in einem hohell Prozentsatz berufsf~ihig zu machen, isf, wie auch MEYERSTEIN zugibt, eine p~dagogische Angelegenheit, keine medizinische. Auch die sehr ungfinstigen Resultatc der Liquoruntersuchungen bei intensiv behandelten Kindern, bei denen sich teilweise die Verschtechterung des Liquorbefulldes nach EinsetzeI1 der ]3ehandlung augeni~illig demonstrieren l~iBt (]3REU~R), spricht nicht gerade ffir ]3eibehaltung dieser Therapie. So ungfinstig fibrigens, wie MEY~RSTEI~I das Schicksal der kollgenitalluetischen Kinder beurteilt, glauben wit es nicht beurteilen zu mfissen, gerade auf Erfahrungen gestfitzt, die der eine yon llns (/3USCZ4KE) aus der Vorsalvarsan~ra an ausschlieBlich mit Quecksilber behandeltell Kinder gewonnen hat. Es erscheint fiberhaupf sehr zweckmiiBig zur ]3eurteiinng der Behandlungsfrage, auch die Erfahrungen und stafistischen Ergebnisse aus der Vorsalvarsanzeit heranzuziehen. Da hat z. B. PEISER 19o9 an seinem Material nur lO% Schwaehsinll feststellen k6nnen und FINKELSTEIN, dessen Abteilung das Meyersteinsche Material entstammt, ~iul3ert sich (19o5): ,,Auffallenderweise linden die ungfinstigen u die fiber die Schieksale des S~iuglings so auch fiber die des iilteren Kindes ziemlich allgemeiu verbreitet sind, dureh die wirkiich exakten ]3eobaehtungen keinerlei Stiitze. Die Kinder kOnnen zu gesunden, selbst blfihenden Menschen herai1wachsen. Die Zahl der Schw~chlichen, All~mischen ist nicht gr613er wi6 l~eJ dell Syphilisfreien". Auch Ht;TCmNSON, ein Klassiker der kongenitalell Lues, hat schwere Affektionen des Nervellsystems nur seltell beobachtet, so dab mall sich dem Eindruek nicht verschlieBen kann, dab die Entwicklungsaussichten ffir kollgellifalluetisehe Kinder vor dem Salvarsan, falls sie fiberhaupt therapeutisch erfaBt wurden, woffir wir selbstverst~ndlich in jedem Falle eintreten, ]~essere waren als heute. Wie groB der Anteil des Therapiewandels hierbei ist, verm6gen wit nicht zu entscheiden. Doch glauben wit, daf3 auch ffir die heutigen Yerh~ltllisse M~YERSTEII~ ein zu pessimistisches ]3ild entwirft, wenn er meint, dab eine Statistik fiber energisch behandelte Kinder bezi~glich der Sp~tfolgen kaum ein noch sehlimmeres Bild ergeben k6nnte Ms es jetzt schon bestehe. Abet selbst bei gr6Bter Neutralit~t im Urteil wird jeder zugeben mfissen, dab das Salvarsan die Prognose der kongenitalen Lues nicht gebessert hat. Jedoch nieht nut die ungfinstige ]3eeinflussung des Nervensystems durch das Salvarsan0 fiber die wir erst jetzt ant Grund nachgehender Ffirsorge an unserem eigeneI1 Material einigen Oberblick zu gewinnen beginnen -tretell doch die Schlidigungen h~iufig gellug erst mit Einsetzen der Pubert~t in Erscheinung -niehf nut die sp~iten Auswirkullgen der Behalldlung, fiber die wir uns hinsichtlich der yon uns jetzt gefibten reinen I3ismuththerapie llatfirlich erst in mehreren Jahren ein endgfiltiges Urteil erlauhen k6nllen, haben uns veranla/3t, die Salvarsantherapie aufzugeben. Es waren vielmehr die sehr unbefriedigenden Ergebnisse hinsichtlich der Mortalit~t und des unmittelbaren Gedeihens der Kinder. 0be r diese miBliehen Frfiherfolge spricht M~YERSTEIN gar nicht. Wir wotlen in dieaer kurzen Entgegnung alle theoretischen Er6rterungen beiseite lassell, aber die Tatsaehe, dab auf unserer Abteilung seit Einffihrung der reinen Bismuthbehandlung, mit der wir klinisch genau dasselbe erreichen, wie mit der reinen NSoder kombinierten Behandlung, die Mortalitiit yon 72% ant 18,42% gesunken ist, w~ihrend sie zu gleicher Zeit hei STi~MPKE 5 4 , 4 % , KUNDEATITZ 66,6%, L. F. MEYER 69% und FINKELSTEIN 71% betr~igt (nach DAVlDSOIIN), gibt uns doch die t3erechtigung, ffir diese milde Therapie eillzutreten, zumal die roll den Praktikern so oft beklagten Schwierigkeiten der Salvarsallmedikation bei S~iuglingen und Kleinkindem dadurch ausgesehalte t werden. Wit hoffen, in Kfirze weiteres Material zur Unterstfitzung unserer Ansehauung bekanntgeben zu k6nnen.

DOI: 10.1007/BF01715692

Cite this paper

@article{Brehme2005PhosphatbestimmungIW, title={Phosphatbestimmung in Wenigen Tropfen Serum}, author={Th. Brehme and E. M. Lepski}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={6}, pages={1905-1906} }