Oxalatwirkung und Calcium

Abstract

1. Die Glykogenolyse von Gewebsschnitten der Rattenleber wird durch Oxalat vergiftet. Die völlige Aufhebung der Glykogenolyse gelingt sicher noch mit Oxalatmengen, die nur 10% des vorhandenen Calciums äquivalent sind, und zwar auch dann, wenn gleichzeitig eine entsprechende Menge Calcium zugefügt wird. Eine Herabsetzung des Calciumgehalts in der Ringerlösung bis auf 30% hat dagegen keine Wirkung auf den manometrisch meßbaren Stoffwechsel. Auch bei völligem Fehlen des Calciums bleibt die Glykogenolyse erhalten. 2. In calciumfreier Ringerlösung sinkt der Gasstoffwechsel katastrophal bis an den Nullwert ab. Wird dagegen bei Untersuchung in calciumhaltiger Ringerlösung soviel Oxalat zugegeben, wie zur Bindung des gesamten vorhandenen Calciums nötig ist, so bleibt die Atmung trotzdem auf der normalen Höhe. Die Bindung des Calciums durch Oxalat kann also — wenigstens in dieser Hinsicht — nicht dem Entzug von Calcium gleichgesetzt werden. 3. Gefälltes Calciumoxalat ist ohne Wirkung auf die Glykogenolyse. 4. Nach diesen Ergebnissen wirkt das Oxalat auf die Glykogenolyse unmittelbar, und nicht durch Fällung des Calciums giftig; es wird vielmehr durch diese Ausfällung gerade „entgiftet”. 5. Da Oxalat in der Leber in einer auf die Glykogenolyse wirksamen Konzentration physiologisch vorhanden ist, ist eine physiologische Funktion der Oxalsäure wahrscheinlich. Die Glykogenolyse von Gewebsschnitten der Rattenleber wird durch Oxalat vergiftet. Die völlige Aufhebung der Glykogenolyse gelingt sicher noch mit Oxalatmengen, die nur 10% des vorhandenen Calciums äquivalent sind, und zwar auch dann, wenn gleichzeitig eine entsprechende Menge Calcium zugefügt wird. Eine Herabsetzung des Calciumgehalts in der Ringerlösung bis auf 30% hat dagegen keine Wirkung auf den manometrisch meßbaren Stoffwechsel. Auch bei völligem Fehlen des Calciums bleibt die Glykogenolyse erhalten. In calciumfreier Ringerlösung sinkt der Gasstoffwechsel katastrophal bis an den Nullwert ab. Wird dagegen bei Untersuchung in calciumhaltiger Ringerlösung soviel Oxalat zugegeben, wie zur Bindung des gesamten vorhandenen Calciums nötig ist, so bleibt die Atmung trotzdem auf der normalen Höhe. Die Bindung des Calciums durch Oxalat kann also — wenigstens in dieser Hinsicht — nicht dem Entzug von Calcium gleichgesetzt werden. Gefälltes Calciumoxalat ist ohne Wirkung auf die Glykogenolyse. Nach diesen Ergebnissen wirkt das Oxalat auf die Glykogenolyse unmittelbar, und nicht durch Fällung des Calciums giftig; es wird vielmehr durch diese Ausfällung gerade „entgiftet”. Da Oxalat in der Leber in einer auf die Glykogenolyse wirksamen Konzentration physiologisch vorhanden ist, ist eine physiologische Funktion der Oxalsäure wahrscheinlich.

DOI: 10.1007/BF01860433

Cite this paper

@article{Brock2005OxalatwirkungUC, title={Oxalatwirkung und Calcium}, author={Norbert Brock and Hermann Druckrey and Hans Herken}, journal={Naunyn-Schmiedebergs Archiv f{\"{u}r experimentelle Pathologie und Pharmakologie}, year={2005}, volume={194}, pages={165-173} }