Nochmals zur Milchsäurebildung bei der Chemischen Contractur des Muskels

Abstract

Beeinflussung der tTM Denn die Anfimie diirfte mit Sicherheit als posthttmorrhagisch aufzuIassen sein und das leukopoetische System zeigte aul3er einer geringgradige n Reizung keine nennenswerten Verttnderungen. In erster Linie ist wohl an die Einwirkung toxiseher Splenine im Sinne FRANIr 11) von der erkralikten Milz aus zn denken, wie sie dieser Autor aueh bel der Lymphogranulomatosis splenomeseraica beschrieben .hat. In dieser Allnahme werden wir dureh eine friihere Beobachtung bestArkt. Es handelte sich um ein i Jahr aires, sehr an'~tmisches Kind, das mit den typischen Symptomen des _Morbus maculosus bei bestehender Bronchialdriisenund Lungentuberkulose aufgellommen wurde und bereits wenige Stunden sptiter unter heftigem Nasenbluten und Bluterbrechen starb. Der Blutstatus ergab 37 t Hgb, 2,4 Mill. Erythrocyten, 1895 ~ Leukocyten (geringe Linksverschiebung, 15 Normoblasten auf 20o Leukocyten),477 o Pl~ittchen.. Die Sektion zeigte neben der Best~itigung der klinischen Diagnose eine miliare Anssaat und eine durch Konglomerattuberkel sehr vergr613erte Milz (Affentuberkulose). Eine direkte Sch~idigung durch das Tuberkulotoxin m6ehten wir ablehnen, da wir bei den andern Tuberkuloseformen ohlie hervorragende I3eteiligung der Milz die Plttttchellverminderullg vermissen. Bei den wenigen bekanlitgewordenen F~illen von sog. isolierter prim~rer Milztuberku!ose hat man scheinbar keine Thrombocytenzghlullgen vorgenommen. SchlieBIich k~me noch eine Einwirkung toxischer Leberprodukte auf die 5Iegakaryocyten in Frage. Denn EPPINGER~) berichtet iiber einen Fall von akuter gelber Leberatrophie, der gleichfalls mit Thrombopenie einherging, und E. WXlL, BOCAG~ und Isc~WEI, L ~~) kollnten bei Leberkranken mit und ohne Hautblutungen eine konstante Verringerung der Pliittcheli nachweisen. Aber auch bei diesen F~llen muB es dahingestellt bleiben, ob die Thrombopellie nicht doch letzten Endes auf dem Umwege liber die Milz zustande kommt. Noch ein drit ter Faktor diirfte in unserm Fall die t31utullgslleigung begiinstigt haben, die abllorme ZerreiBlichkeit der Gef/iBe, die sich im Auftreten von Sugillationen nach leiehten Traumen (BeklopIen mit dem Perkussionshammer) ulid peteehialen Blutungen, wie wir sie bel mit Gef~il3sch~digungell einhergehenden Erkrankungen sehen, dokumentiert. Freilich t r i t t diese Anomalie gegeniiber den beiden andern an Bedeutung zurtick. Das Zusammentre]/en von A]ibrinogendmie, Thrombopenie und Ge]dflschddigung bel ein llnd demselben Fall zeigt, wie Yersehiedenartige Ursaehell bei einer hepato-lienalen Erkrankung die h/imorrhagische Diathese bedingen k6nnen. Beriicksichtigt man IIoch, daB MO~AWlTZ und BIERICH la) bei Chol~imie einen Thrombokinasemangel gefuliden haben, eine Beobachtung, die von SCHULTZ und SCttEFFER 1~) durch die Feststellung einer Thrombinver/inderung in einem Fall von akuter gelber Leberatrophie best~tigt wird, so ergibt sich die notwendige Forderullg bei jeder Lebererkrankung genaue /3Iutanalysen anzustellen. Dabei sei noch einmal betont, daB eine nennenswerte Hypinose nur bel diffuser Parelichymerkrankung zu erwarten ist, wtthrend die bel anderen chol~imischen Zust~inden bestehelide Blutungsneigung dureh toxische Leberoder Milzstoffe ausgel6st werden diirfte. Zum Sehlufl sel noeh einmal hervorgehoben, dafl eine ausgedehnte Tuberlculose der Leber und ~Viilz mit hochgradiger Zerst6rung des Parenehy 9 sowohl lclinisch wie anatomisch clen hepato-l@nalen Symptomenkomplex ausl6sen kann. Derartige F~lle sind zweifellos ~ul3ers~ seltell, da die Beteiligung dieser beiden Bauchorgane, insbesondere der Leber, gegeniiber der schweren miliaren Allgemeinerkrankung in den Hintergrund zu treten pflegt. Eine Diagnose intra v i tam wird sehr schwierig, vielfaeh sogax wie in unserm Falle unlnSglich sein. Ob das hier geIundene Syndrom von Fibrinogenmangel, Thrombopenie und Gef/tl3schXdigung differentialdiagnostische Bedeutung gewinnen kann, miissen weitere Untersuchungen entscheiden.

DOI: 10.1007/BF01736212

Cite this paper

@article{Meyerhof2005NochmalsZM, title={Nochmals zur Milchs{\"a}urebildung bei der Chemischen Contractur des Muskels}, author={Otto Meyerhof}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={3}, pages={1445-1446} }