Neues über den Satanspilz und seine Verwandten

Abstract

Tiere ihr Gefangnis wohl bald wieder verlassen. Dies kann abet nach den bisherigen Beobachtun~en und Versuehen nur an einer der beiden Offnungen neben den Geschlechtsorganen der Blfite erfolgen. Frtlher nahm man an, da~ der nach innen eingestfilpte und dadurch iiberhiingende Rand des Lahellums den [nsekten das lJbersehreiten der Wand in iihnlicher Weise unmSglich macht, wie ein iiberhiingender Felsblock dem im Gebirge kletternden Menschen oft den Weg nach oben zu versperren pfiegt. Dieser Vergleich trifft aber keineswegs das Richtige. Der tiberhiingende Rand wird yon den im Hohlraum des Labellums befindliehen Tieren bei ihren Fluchtversuchen gar nicht erreicht, da sie bereits vorher an der darunter befindlichen steilen Wand absttirzen und in den Grund des ,Kessels" zurfickfallen. Dagegen bewirkt dieser nach innen gerichtete und yon oben her steil abfallende Rand, dab die Insekten, welche sich auf ihm niederlassen, infolge der Gliitte seiner Oberfliiche und des 01iiberzuges mit ihren Beinen keinen Halt finden kSnnen und deshalb, wenn sie sich nicht rasch wieder im Fluge erheben, ins Innere des Labellums hinabgleiten.

DOI: 10.1007/BF01635220

Cite this paper

@article{Lohwag2005NeuesD, title={Neues {\"{u}ber den Satanspilz und seine Verwandten}, author={Prof. Dr. Heinrich Lohwag}, journal={{\"{O}sterreichische botanische Zeitschrift}, year={2005}, volume={71}, pages={129-134} }