Neue Versuche über die Aufnahme von Farbstoffen durch die roten Blutkörperchen

Abstract

1. Farbstoffe, welche in Gemischen aus Mandelöl, ölsäure und Diamylamin (nachNirenstein) unlöslich sind, werden im allgemeinen von roten Blutkörperchen nicht aufgenommen; die Aufnahme aus kleinen Farbstoffkonzentrationen ist eine nur scheinbare, da es sich dabei um eine oberflächliche Adsorption handelt. 2. Farbstoffe, welche in dem ölgemisch löslich sind, werden im allgemeinen ins Innere der roten Blutkörperchen aufgenommen. Die Verteilungsquotienten nehmen bei manchen Farbstoffen mit wachsender Konzentration zu, bei anderen mit wachsender Konzentration ab. Dies hängt damit zusammen, daß bei den gleichen Farbstoffen auch die Verteilungsquotienten in bezug auf die ölgemische in den entsprechenden Richtungen sich ändern. Daraus folgt, daß die lipoide Phase einen merklichen Betrag des Gesamtvolumens der Blutkörperchen ausmacht. 3. Die Menge der im Verteilungsgleichgewicht in den Blutkörperchen enthaltenen Farbstoffe ist — mit gewissen Einschränkungen — der relativen Löslichkeit in den ölgemischen symbat. 4. Es wird für eine Anzahl Farbstoffe gezeigt, daß die übertretende Menge bei den Pferdeblutkörperchen kleiner ist als bei den Rinderblutkörperchen und bei diesen kleiner als bei den Schweineblutkörperchen. Dies wird darauf zurückgeführt, daß die Lipoide bei den Blutkörperchen der 3 Tierarten verschieden zusammengesetzt sind, so daß auch ihr Lösungsvermögen für die Farbstoffe artspezifisch differiert. Auf diese Weise ist zu verstehen, daß für ein und dieselbe in Wasser gelöste Substanz eine Zellart permeabel, eine andere impermeabel ist. Es ergibt sich also ein neues Prinzip, art-oder organspezifische Unterschiede der Permeabilität zu erklären. Farbstoffe, welche in Gemischen aus Mandelöl, ölsäure und Diamylamin (nachNirenstein) unlöslich sind, werden im allgemeinen von roten Blutkörperchen nicht aufgenommen; die Aufnahme aus kleinen Farbstoffkonzentrationen ist eine nur scheinbare, da es sich dabei um eine oberflächliche Adsorption handelt. Farbstoffe, welche in dem ölgemisch löslich sind, werden im allgemeinen ins Innere der roten Blutkörperchen aufgenommen. Die Verteilungsquotienten nehmen bei manchen Farbstoffen mit wachsender Konzentration zu, bei anderen mit wachsender Konzentration ab. Dies hängt damit zusammen, daß bei den gleichen Farbstoffen auch die Verteilungsquotienten in bezug auf die ölgemische in den entsprechenden Richtungen sich ändern. Daraus folgt, daß die lipoide Phase einen merklichen Betrag des Gesamtvolumens der Blutkörperchen ausmacht. Die Menge der im Verteilungsgleichgewicht in den Blutkörperchen enthaltenen Farbstoffe ist — mit gewissen Einschränkungen — der relativen Löslichkeit in den ölgemischen symbat. Es wird für eine Anzahl Farbstoffe gezeigt, daß die übertretende Menge bei den Pferdeblutkörperchen kleiner ist als bei den Rinderblutkörperchen und bei diesen kleiner als bei den Schweineblutkörperchen. Dies wird darauf zurückgeführt, daß die Lipoide bei den Blutkörperchen der 3 Tierarten verschieden zusammengesetzt sind, so daß auch ihr Lösungsvermögen für die Farbstoffe artspezifisch differiert. Auf diese Weise ist zu verstehen, daß für ein und dieselbe in Wasser gelöste Substanz eine Zellart permeabel, eine andere impermeabel ist. Es ergibt sich also ein neues Prinzip, art-oder organspezifische Unterschiede der Permeabilität zu erklären.

DOI: 10.1007/BF01751602

Cite this paper

@article{Hber2005NeueV, title={Neue Versuche {\"{u}ber die Aufnahme von Farbstoffen durch die roten Blutk{\"{o}rperchen}, author={Rudolf H{\"{o}ber and Giulio Pupilli}, journal={Pfl{\"{u}ger's Archiv f{\"{u}r die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere}, year={2005}, volume={226}, pages={585-599} }