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Abstract

für Pädiatrie führen Nachwuchs­ wissenschaftler und bereits etab­ lierte Forscher aus der Kinder­ und Jugendmedizin zusammen, im Februar 2010 schon zum 47. Mal. „Unverzichtbar für den fachlichen Austausch“ sei dies e Tagung, meint Peter Kühnen, dessen eigene wissenschaftliche Arbeit dann auch gleich ins Zen­ trum der wissenschaftlichen Dis­ kussion gerückt wurde: Der 33­ jährige Mediziner aus Berlin er­ hielt den Friedrich­Linneweh­ Preis „zur Förderung des wis­ senschaftlichen Nachwuchses in der Pädiatrie“. Die Jury würdigte Kühnens Arbeit Eine POMC DNA Hypermethylierung ist assoziiert mit frühmanifester Adipositas und beeinträchtigt eine P300 Bindungsstelle für ihre „neuen molekularen Einblicke in Gewichtsregulation und Adipositasentwicklung: Ver­ änderungen der Genexpression in gewichtsregulierenden Genen durch epigenetische Modifikation, die auch exogen induziert wer­ den kann, könnten einen Schlüs­ sel zum Verständnis der frühen Adipositasentwicklung im Kin­ des­ und Jugendalter darstellen“, so die Preisrichter. Dr. Peter Kühnen ist seit 2004 als Assistenzarzt am Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie am Campus Virchow der Charité Berlin tätig. Sein Medizinstudium in Würz­ burg und Berlin beendete er 2003 mit der Promotion über Leptin­ regulierte Gene in der Beta­Zel­ le des endokrinen Pankreas. 2006 erhielt er den „STEPS­Award“ der Arbeitsgemeinschaft Pädia­ trische Endokrinologie (APE). Der mit dem Linneweh­Preis ausgezeichnete Vortrag benennt Kühnens derzeitigen Forschungs­ schwerpunkt: die Assoziation von POMC DNA­Hypermethylierung mit der frühmanifesten Adiposi­ tas. Der Einfluss epigenetischer Varianten auf das Körpergewicht beschäftigt den Preisträger und seine Arbeitsgruppe schon seit langem. Zwillingspaarstudien ha­ ben gezeigt, dass das Körperge­ wicht bis zu 70% genetisch de­ terminiert wird. Große genom­ weite Assoziationsstudien (GWA) konnten in den letzten Jahren Va­ rianten in einigen Genen (z.B. FTO) identifizieren, welche das Risiko für Übergewicht erhöhen. Allerdings, so erläutert Kühnen, erklärten diese Varianten insge­ samt nur 3 % der Gewichtsvaria­ bilität. Hier müssten weitere, bis­ her unbekannte Mechanismen eingreifen, möglicherweise epige­ netische Modifikationen. Das individuelle Körper­ gewicht wird insbesondere im Nucle us arcuatus des Hypothala­ mus reguliert. Hormonelle Bo­ tenstoffe wie Leptin aktivieren Neuronen, die über das Protein und Prohormon Proopiomela­ nocortin (POMC) die Ausschüt­ tung weiterer Botenstoffe (α­ und ß­MSH) auslösen, die den MC­4­ Rezeptor im Nucleus ventrome­ dialis aktivieren und so das Sät­ tigungsgefühl regulieren. Verän­ derungen in den Steuerungsme­ chanismen könnten den Signal­ 8 Dr. Peter Kühnen Inhalt

DOI: 10.1007/s00112-010-2232-2

Cite this paper

@article{Kuehnen2010Mitteilungsseiten, title={Mitteilungsseiten}, author={Peter Kuehnen}, journal={Monatsschrift Kinderheilkunde}, year={2010}, volume={158}, pages={608-614} }