Mikrobiologische Bestimmung der Wirkstoffe handelsüblicher Leberpräparate und ihre klinische Wirkung bei der perniziösen Anämie

Abstract

Bei der Behandlung der perniziSsen Angmie wandten ~/[INOT und MURPHY 1926 erstmalig eine an Rinderleber reiche Di&t an und erzielten damit eine hervorragende Wirkung 2. In der Folgezeit hoffte man, dab es gelingen wfirde, den wirksamen Leberfaktor in reiner Form darzustellen und seine chemisehe Konsti tution aufzukl/~ren. Es sollten jedoch mehr als 20 Jahre vergehen, bis es FOLKERS nnd Mitarbeitern in USA. 2 und gleichzeitig SMITH und Mitarbeitern 8 in England gelang, einen Wirkstoff aus Leberpriiparaten, das Vitamin B12, in krystallisierter Form zu gewinnen. Wenige Jahre zuvor glanbte man, mit der Entdeekung der Fols~ure 4 den lange gesuchten Antiperniciosawirkstoff in Handen zu haben. Dem widersprachen aber, dab hochgereinigte Leberpr/~parate fast keine Fols~ure enthielten und ferner, dab die mit der Perniciosa auftretenden neurologischen Erseheinungen dureh Fols~ure nieht gebessert, zum Teil sogar verschlechtert wurden 5. Der Grund, warum nieht schon frtiher eine Anreicherung und schliel]lich Krystallisation des Vitamins BI~ gelang, war das Fehlen einer geeigneten Testmethode. Es war nicht mSglich, bei Tieren eine der mensehlichen Pernieiosa analoge Blutkrankheit zu erzeugen. Somit blieb lange Zeit nichts anderes iibrig, als beim Perniciosakranken selbst die Wirksamkeit~ der Leberpraparate auszutesten. I m Jahre 1947 fand nun IV[. SJ~ot~B ~, dab ein Milchs£urebacterium, Lactobacillus lactis, D O ~ E R zum Waehstum Leberextrakt ben5tigt. Dabei erwiesen sieh die Ext rakte am wirksamsten, mit denen auch klinisch bei der Behandlung der Perniciosa die besten Erfolge erzielt wurden. Aufbauend auf dieser Testmethode gelang es dann FOLKERS und Mitarbeitern, innerhalb kurzer Zeit den gesuchten Wirkstoff, das Vitamin B~, in Form roter Nadelchen aus Leberextrakt zu isolieren. Der Test mit Lb. lactis DO~NEI~ war jedoch wenig befriedigend, denn Vitamin B~2 konnte in seiner Eigenschaft als Wuchsstoff durch Desoxyriboside oder reduzierende Substanzen wie Aseorbinsaure oder Cystein ersetzt werden v. Man suchte daher nach neuen St~mmen, die in ihrem Vitamin-B~-Bediirfnis spezifiseher waren. Dabei fand man Lb. leichmannii 313 und Lb. leichmannii 4797 A. T. C. C. Leider kann aber aueh bei diesen StKmmen Vitamin B~e .durch die Desoxyriboside ersetzt werden s. Ob die Desoxyriboside bei der Behandlung der ioerniziSsen An~mie wirksam

DOI: 10.1007/BF01478644

Cite this paper

@article{Weygand2005MikrobiologischeBD, title={Mikrobiologische Bestimmung der Wirkstoffe handels{\"{u}blicher Leberpr{\"a}parate und ihre klinische Wirkung bei der pernizi{\"{o}sen An{\"a}mie}, author={Friedrich Weygand and Adolf Wacker and Peter B{\"{u}chmann}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={29}, pages={429-433} }