Langzeitbeobachtungen nach Anlage von Neovaginen mittels Lyodura

Abstract

len Pol durchbohrt. Eine Kunststoffolive liegt mit Zt~geln im Recessus, die F~iden werden retroperitoneal und lateral der Rektusb~iuche vor die Bauchdecke geRihrt und an einem Spannapparat fixiert. Damit wird dem Epithel der Hymenalregion durch eine vom Abdomen her gerichteten Spannung der Weg gebahnt, entweder durch Ausziehung dieser Hymenalplatte, wie Vecchietti meint, oder durch Implantation des Epithels, wie es unserer Auffassung entspricht. Das Gewebe am Dom des Vaginalrezessus wird nicht ausgezogen, sondern die Olive zerreil3t den Dom. Dadurch bleibt Plattenepithelgewebe dieser Region an der Olive haften und streift sich Zug um Zug an den Wanden des zuvor geschaffenen Tunnels ab. Aufgrund experimentell-chirurgischer Untersuchungen ist es vorstellbar, dab durch den minimalen Zug, der durch t~igliches Anspannen dosiert werden kann, eine perineovaginale Entziindung entsteht, die das Einsprossen von Gef~i6en induziert und das Angehen der lmplantate begianstigt. Nach etwa 8 Tagen ist eine ausreichend lange Vagina entstanden, die Kunststoffolive wird entfernt und es schlie6t sich eine nur 10t~igige Prothesenbehandlung an. Der Partner der Patientin vollendet das Werk, von dessen Funktionsf~thigkeit wir uns durch Nachuntersuchungen haben iiberzeugen k6nnen. In den letzten 11 Jahren behandelten wit mit unterschiedlichen Methoden 104 junge Frauen wegen einer Scheidenaplasie. Zur Verwendung kam die Franksche Vagina (n 11), die Prothesenvagina (n 27), die Sigmascheide (n 5), die Peritonealscheide (2), die Vulvovaginalplastik nach Williams (1) und die Vecchiettische Vagina, der wir in den letzten 4 Jahren den Vorzug gaben (n 58). Die besten Ergebnisse wiesen Patientinnen auf, die eine feste Partnerbeziehung mit entsprechender pr~ioperativer sexueller Erfahrung hatten. Kamen sie aus der n~iheren Umgebung, so da6 die MOglichkeit einer individuellen engmaschigen postoperativen Betreuung gegeben war, trug dies zur zus~itzlichen Optimierung des Ergebnisses bei. Kiarzere Scheiden fanden wit bei den Patientinnen, die nut vorgaben, einen Partner zu haben. Eine Prothese kann diesen jedoch nicht ersetzen. Wir machten die Beobachtung, dab Langzeitobturatoren die Gleitschiene far die Epithelisierungsinduktion zerstOrten. Es kam zu konusfOrmiger Zuspitzung der Neovagina. Durch den Fremdk6rperreiz entstanden Granulationen, die das Fortschreiten der Epithelisierung behinderten. Aufgrund des Kontraktionsreizes der Levatoren wird offensichtlich die Schrumpfung gefdrdert. Aus diesen negativen Ergebnissen haben wir gelernt und legen deshalb bei der Zeitpunktwahl der Operation sehr kritische Mai3st~ibe an.

DOI: 10.1007/BF02430046

Cite this paper

@article{Wagner2006LangzeitbeobachtungenNA, title={Langzeitbeobachtungen nach Anlage von Neovaginen mittels Lyodura}, author={Heinrich Wagner and Fritz K. Beller}, journal={Archives of gynecology}, year={2006}, volume={238}, pages={432-433} }