Kombination verschiedener Geschmacksqualitäten zur Untersuchung des chemischen Sinnes des Regenwurms

Abstract

und innig in der mechanischen Achatmiihle miteinander gemischt, nachdem sie vorher yon Hand m6glichst homogen verteit t worden waren. Kleine Mengen wurden dann im Pt-SehMchen 5 Minuten bis 6 Stunden bei 13oo o exponiert. Die Reaktionen verliefen zum TeiI auBerordentlich schnelI, insbesondere war die Cristobalitbildung aus kristallinem Quarz unter Zusatz yon Na~CO~ bereits in 5 Minuten v611ig abgelaufen, Die Spinellbildung war nach 7 Minuten his zu einem Stande yon 92 % Spinell bezogen auf einen bei 15oo ° hergestellten stabilen Mg-Spinell gekommen, der Restbestand an MgO und Al~O~ erg~nzte sich zu IOO %. Von diesem Zeitpunkt ab ~nderte sich der Reaktionsstand his zu einer Erhitzungsdauer yon 6 Stunden nur auBerordentlich fangsam, innerhalb der Fehlergrenze war die Summe der kristallinen Phasenanteile etwa gleich IOO %. Aus diesen Versuchen geht hervor, dab bei der groGen Platzwechselund Ordnungsgeschwindigkeit bei diesen Temperaturen der StSrungsgrad der beteiligten Kristallphasen relativ geril~g ist bzw. die StSrungen sich ant so kleine Reaktionsgebiete erstrecken, d a b diese r6ntgenographisch neben der intakten Hauptmasse nieht mehr wirksam sind. Mit der Feststellung eines rSntgenographisch nieht mehr meBbaren St6rgrades besteht ffir solche Phasen in diesem Zusammenhang nur noch insofern Interesse, Ms zn prtifen ist, ob sie sich auch in jedem anderen Betracht wie die stabilen reinen Kristallphasen verhalten. Es w~re durchaus denkbar, dab man bei solchen r6ntgenographisch , , intakten" Phasen noch St6rungen best immter Art, etwa der Grenzflgchen, mit Hilfe solcher Effekte auffindet, die speziell yon der Beschaffenheir der Grenzfl~Lchen abh~ngen. Hier mul3 die R6ntgenmethode prinzipiell versagen, weil sie fiber das gesamte Kristallvolumen integriert und die Oberflgchenschichten nut ill dem Grad zur Wirkung kommen, als sie am Gesamtvolumen beteiligt sind. Diesem Nachteil steht aber der Vorteil gegenfiber, dab in Gemengen die Wirkung der einzelnen Phasen scharf getrennt wird, was etwa bei der Untersuchung yon Mischkatalysatoren yon Vorteil sein kann. AbschlieBend kann gesagt werden, dab dort, wo das R6ntgenbild quant i ta t ive Aussagen fiber den St6rzustand einer IZristallphase erlaubt, diese zur zahlenm~Bigen Charakterisierung solcher Zust~nde herangezogen werden kSnnen. Darfiber hinaus ist anzunehmen, dab sie in Zukunft als Beitrag zur kausalen Deutung der diesen Zust~nden eigenen Eigenschaften dienen kSnnen.

DOI: 10.1007/BF01493229

Cite this paper

@article{Mangold2005KombinationVG, title={Kombination verschiedener Geschmacksqualit{\"a}ten zur Untersuchung des chemischen Sinnes des Regenwurms}, author={Otto Mangold}, journal={Naturwissenschaften}, year={2005}, volume={23}, pages={472-474} }