„Keep it simple and smart!“

Abstract

O „Erfahrung macht klug“ oder „Hinterher ist man immer schlauer“ – diese Plattitüden gelten natürlich auch in der Urologie. Die Studienlage vieler neuer und innovativer erapien und Techniken in allen Fächern ist häu g schwach. Im staatlich dirigierten englischen Gesundheitssystem NHS ist Evidenz ein „MUSS“, im deutschen Gesundheitssystem spielt mittlerweile der Wettbewerb eine entscheidende Rolle. Evidenz durch seriöse Datenerhebung und Studien ohne Finanzierung sind schwierig durchzuführen, „doppelblind“ schert alle Patienten über einen Kamm. „Patient related outcome measurement“ ist der große HoŽnungsschimmer und wird dem Patienten gerechter, unabhängig von der Meinung und der subjektiven Einschätzung des Operateurs oder Untersuchers. Die qualitätsorientierte Versorgung gesteuert durch die Kostenträger ist das Zukun–smodell. In den letzten 20 Jahren gab es viele Aufs und Abs in der Urologie. Doch hat sich praktisch immer das Bessere für den Patienten herausgemendelt. Einen wahren Meilenstein in der Behandlung der weiblichen Belastungsinkontinenz stellen die suburethralen Polypropylenbändchen (retropubisch und tranobturatorisch) dar. Diese ersetzen das lockere körpereigene Ligamentum pubourethrale und haben oŽene Verfahren der Kolposuspension nahezu vollständig abgelöst. Ihre Wirkung bestätigt auch das Konzept der Integraltheorie von Peter Petros. In der Behandlung der Leistungsansprüche wenigstens auf das notwendige Maß zu beschränken. Dann könnte auch die Arbeitsdichte in der Praxis aufgelockert werden, zu der ja noch der tägliche Verwaltungsaufwand hinzu kommt. Wie hoch dieser ist merkt man jedoch erst, wenn man seinen Praxisnachfolger vertritt, nur Medizin macht und sich nicht mehr um Klopapier und Personalsorgen kümmern muss.

DOI: 10.1007/s00092-017-1435-4

Cite this paper

@article{Gunnemann2017KeepIS, title={„Keep it simple and smart!“}, author={Dr. med. Alfons Gunnemann}, journal={Uro-News}, year={2017}, volume={21}, pages={13-14} }