Kann eine umfassende Antibiose die Keimlast ausreichend reduzieren?

Abstract

Frage: Meine Patientin ist 55 Jahre alt und seit vielen Jahren wegen einer chronischen, mit Polypenbildung einhergehenden Pansinusitis in Behandlung. Im Rahmen einer endoskopischen NNH-Sanierung konnten wir massiv Polypen entfernen und fanden bis heute (fast 10 Jahre nach der OP) unter lokaler Dauertherapie mit Budesonid keine Hinweise für eine Rezidivpolyposis. Leider sind Nase bzw. NNH chronisch mit Pseudomonas besiedelt, der über die Jahre massive Resistenzen entwickelt hat. Seit ca. einem Jahr liegt wegen zunehmender Schallleitungsschwerhörigkeit eine Paukendrainage, die Otorrhoe ist nicht beherrschbar wegen ebenfalls resistenter Pseudonomasbesiedelung. Über das HNO-Fachgebiet hinaus p ege ich telefonischen Kontakt mit dem behandelnden Pneumologen wegen Bronchiektasen im linken Unterlappen. Auch hier liegt Pseudonomasbesiedelung vor. Wir glauben, dass eine Keimsanierung nur durch Kombination von lokaler, inhalativer und systemischer Antibiose zu erreichen ist, analog der Behandlung bei Mukoviszidose. Gibt es Erfahrungen/Studien o. ä., in wieweit dieses Vorgehen sinnvoll und aussichtsreich erscheint? Kann eine Keimlastreduktion erwartet werden und ist dieses Herangehen vertretbar vor dem evtl. zu erwartenden Risiko einer Clostridienenterokolitis?

DOI: 10.1007/s00060-014-0305-x

Cite this paper

@article{Verse2014KannEU, title={Kann eine umfassende Antibiose die Keimlast ausreichend reduzieren?}, author={Prof. Dr. med. Th. Verse and Dr. med. S. Kaptur}, journal={HNO Nachrichten}, year={2014}, volume={44}, pages={49-51} }