Kanälchen- und Capillararchitektonik des Rattenhodens

  • Ilse Müller
  • Published 2004 in
    Zeitschrift für Zellforschung und Mikroskopische…

Abstract

1. Der Rattenhoden baut sich aus einer fächerförmig vom Rete testis ausgehenden, nach ventrokranial gerichteten Serie von gewundenen Kanälchenbögen auf. 2. Die in Serpentinen liegenden Tubuli bilden Wellenbänder, die den Hoden unter ständigem Richtungswechsel im medialen und lateralen Organbereich quer durchziehen und somit ihrerseits ebenfalls Serpentinen entstehen lassen. 3. Die Zwischenzellelemente liegen in den jeweils von drei Kanälchen begrenzten Bindegewebszwickeln. 4. Das Gefäßsystem steht in enger Korrelation zur Kanälchen- und Zwischenzellarchitektonik. 5. Dem generativen und inkretorischen Anteil des Hodens eignet ein gemeinsames Capillarnetz, an welchem Gebiete größerer und geringerer Maschendichte unterschieden werden können. Ein dichteres Capillarnetz bilden die im Bereiche der Zwischenzellen liegenden Zwickelcapillaren, ein weiteres die am Orte der Kanälchenberührungsflächen verlaufenden Quercapillaren. 6. Die Zwickelcapillaren sind durch ihren engen Kontakt zum Zwischenzellsystem, einen geringen oder fehlenden zum Kanälchensystem ausgezeichnet. Für die Quercapillaren ist ihre enge topographische Lage zur Tubuluswand charakteristisch. 7. Die Gefäßsituation des Rattenhodens bestätigt die Ansicht Ferners, daß die Dissemination des Zwischenzellsystems innerhalb der Keimdrüse insofern ihren besonderen Sinn erhält, als das im Bereiche der Zwischenzellen hormonangereicherte Blut zunächst dem generativen Hodenanteil in gleichmäßig hoher Konzentration zugeführt wird, ehe es in den Körperkreislauf gelangt. Der Rattenhoden baut sich aus einer fächerförmig vom Rete testis ausgehenden, nach ventrokranial gerichteten Serie von gewundenen Kanälchenbögen auf. Die in Serpentinen liegenden Tubuli bilden Wellenbänder, die den Hoden unter ständigem Richtungswechsel im medialen und lateralen Organbereich quer durchziehen und somit ihrerseits ebenfalls Serpentinen entstehen lassen. Die Zwischenzellelemente liegen in den jeweils von drei Kanälchen begrenzten Bindegewebszwickeln. Das Gefäßsystem steht in enger Korrelation zur Kanälchen- und Zwischenzellarchitektonik. Dem generativen und inkretorischen Anteil des Hodens eignet ein gemeinsames Capillarnetz, an welchem Gebiete größerer und geringerer Maschendichte unterschieden werden können. Ein dichteres Capillarnetz bilden die im Bereiche der Zwischenzellen liegenden Zwickelcapillaren, ein weiteres die am Orte der Kanälchenberührungsflächen verlaufenden Quercapillaren. Die Zwickelcapillaren sind durch ihren engen Kontakt zum Zwischenzellsystem, einen geringen oder fehlenden zum Kanälchensystem ausgezeichnet. Für die Quercapillaren ist ihre enge topographische Lage zur Tubuluswand charakteristisch. Die Gefäßsituation des Rattenhodens bestätigt die Ansicht Ferners, daß die Dissemination des Zwischenzellsystems innerhalb der Keimdrüse insofern ihren besonderen Sinn erhält, als das im Bereiche der Zwischenzellen hormonangereicherte Blut zunächst dem generativen Hodenanteil in gleichmäßig hoher Konzentration zugeführt wird, ehe es in den Körperkreislauf gelangt.

DOI: 10.1007/BF00338676

Cite this paper

@article{Mller2004KanlchenUC, title={Kan{\"a}lchen- und Capillararchitektonik des Rattenhodens}, author={Ilse M{\"{u}ller}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Zellforschung und Mikroskopische Anatomie}, year={2004}, volume={45}, pages={522-537} }