Jens Clausen (2011) Technik im Gehirn: Ethische, theoretische und historische Aspekte moderner Neurotechnologien


Abstract

Kaum ein Thema des aktuellen Technikdiskurses birgt eine solche sprengkraft und zeigt einen derartigen explorationsbedarf wie das der selbsttechnisierung des Menschen in seiner Lebenswelt. Das Buch von Jens Clausen leistet vor diesem Hintergrund einen verdienstvollen Überblick über technische Verfahren der neuromedizin, darunter die tiefe Hirnstimulation und andere so genannte „Gehirn-Computer-schnittstellen“. Darüber hinaus führt Clausen sehr verständlich in ethische Frageund Problemstellungen der jeweiligen Anwendungsfelder ein. Das größte Manko der schrift ist es, dass es Clausen kaum gelingt, impulse für eine weitergehende – philosophische, medizintheoretische oder auch kulturwissenschaftliche – Debatte zu setzen. Das Werk gliedert sich in fünf inhaltliche Kapitel; darunter nehmen die Darstellung der Technikentwicklung und die ethische Bewertung von so genannten neurotechnologien den größten Raum ein. Der Band umfasst neben der überarbeiteten Habilitationsschrift Clausens die Dokumentation der 27. Jahresversammlung des Arbeitskreises Medizinischer ethikKommissionen in der Bundesrepublik Deutschland am 06. und 07. november 2009 im Haus der Bundesärztekammer in Berlin. Clausens Analyse beginnt mit einer sehr klaren und auch für Laien gut verständlichen Darstellung technischer systeme (Kap. 2), die er unter dem schlagwort der Gehirn-Computer-schnittstellen subsumiert. Hierunter fasst er neben ableitenden systemen (z. B. eeG, intrakortikale elektroden) im Wesentlichen stimulierende systeme (z. B. sensorische Prothesen, tiefe Hirnstimulation). Ferner stellt Clausen prinzipielle Überlegungen zur entwicklung zukünftiger, „bidirektionaler“ systeme an. Vor diesem Hintergrund führt der folgende Abschnitt in wesentliche historische entwicklungsschritte der genannten neurotechnologien ein (Kap. 3). Hieran schließt sich deren ethische Bewertung an: Clausen würdigt forschungsethische und anwendungsbezogene Fragen der tiefen Hirnstimulation bei Morbus Parkinson und psychiatrischen störungsbildern (Kap. 4). Ferner diskutiert er ethische Problemstellungen ableitender systeme (Kap. 5), wie etwa von motorischen Prothesen und Verfahren des neurofeedbacks. Clausen schließt seine Analyse mit einer, wenn auch sehr knapp ethik Med (2013) 25:373–374 Doi 10.1007/s00481-013-0255-7

DOI: 10.1007/s00481-013-0255-7

Cite this paper

@article{Huber2013JensC, title={Jens Clausen (2011) Technik im Gehirn: Ethische, theoretische und historische Aspekte moderner Neurotechnologien
}, author={Dr. phil. Lara Huber}, journal={Ethik in der Medizin}, year={2013}, volume={25}, pages={373-374} }