Ist bakteriologisch im Wochenbett ein Unterschied nachweisbar nach reine Scheidenuntersuchung und nach Gebärmutteruntersuchung unter der Geburt

  • Published 2005 in Archiv für Gynäkologie

Abstract

Es fanden sich nun fieberhafte Temperat.uren an einem Tage bei 61, an zwei Tagen bei 28, und gn drei und mehr Tagen bei 72 WSchnerinnen. Entsprechend der zuletzt geschilderten Einschrgnkungsm6gliehkeit wiirde sich unsere Wochenbettsmorbidit~t auf 19,4% herabmindern. Von Interesse ist nun die Relation yon Febrilitat und Geburtsverlauf. Es fanden sieh ni~mlich febrile Temperaturen 42real nach Geburten mit vaginalen Eingriffen, 25 real naeh Geburten mit intrauterinen Operationen, 5 real naeh Sectio caesarea und 2 mal nach Hebosteotomie bzw. Hebosteotomie + Forceps. Der vaginale Eingriff umfal~t die vaginale Untersuehung, die Dammund Scheidennaht und die Scheidentamponade. Zu den intrauterinen Operationen rechnen wir aueh die Zange, da diese se]bst als Beekenausgangszange mit ihren Apices bis zum unteren Uterinsegment hinaufreicht. Unter den 21 febrilen Wochenbetten naeh Fehlgeburt fanden sich die Temperaturen 13real n~eh digitaler und instrumenteller Ausrgumung oder nach Aborteinleitung. Insgesamt handelt kS sich also um 87 febrile Woehenbetten nach Eingriffen irgendwelcher Art unter der Geburt. Interessanterweise stehen dieser Zah174 fieberhafte Woehenbetten vollkommen unberfihrter XreiSender bzw. Spontanabortierender gegeniiber. Wir haben es also mit der Tatsache zu tun, dal~ 46% aller leicht f iebernder WSchnerinnen unter der Geburt bis auf den selbstversti~ndlich mit desinfizierter Hand ausgefiihrten Dammsehutz diagnostisch-therapeutiseh unberfihrt blieben, d. h. mit anderen Worten: Die Morbidit~t im ~ochenbe t t ist bis zum gewlssen Grade unvermeidlich. Desha.lb ist es jedoch nicht ang~ngig, ihre weniger bedeutsamen Aui~erungen als noeh in d~s Gebiet des Physiologischen gehSrig zu ignoriercn und damit die Morbiditgtsziffer fibermgl~ig herabzudriicken. Selbstverstgndlieh soll diese Feststellung der Zwangslgufigkeit keinesfalls die geburtshilfliche Prophylaxe diskreditieren. Ich mSchte ausdrticklich hervorheben, daI3 die 7 WSehnerinnen dieser Statistik, welche eine schwere puerperale Infektion darehzumachen hatten, samtlich unter der Geburt irgendwie tangiert wurden.

DOI: 10.1007/BF01975236

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@article{2005IstBI, title={Ist bakteriologisch im Wochenbett ein Unterschied nachweisbar nach reine Scheidenuntersuchung und nach Geb{\"a}rmutteruntersuchung unter der Geburt}, author={}, journal={Archiv f{\"{u}r Gyn{\"a}kologie}, year={2005}, volume={125}, pages={392-395} }