Hautkrebs und Berufserkrankung

Abstract

Bei beruflicher UV-Licht-Exposition ist die Anerkennung eines Plattenepithelkarzinoms als Berufskrankheit entsprechend der Berufskrankheitenliste in Deutschland zurzeit nicht möglich. In den letzten Jahren wurden über die sog. Öffnungsklausel 5 durch berufliche UV-Licht-Exposition ausgelöste Hautkrebserkrankungen anerkannt. Wir stellen die beruflichen UV-Belastungen dar, weisen auf die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen bei beruflicher UV-Exposition hin und diskutieren die Datenlage zu einer beruflichen Verursachung UV-Licht-induzierter Hautmalignome. Dabei kommen wir unter kritischer Wertung der zur Verfügung stehenden epidemiologischen Studien zu dem Ergebnis, dass für die Gruppe der Plattenepithelkarzinome der epidemiologische Nachweis der Risikoverdoppelung durch berufliche UV-Belastung eindeutig erbracht werden kann. Auch die Dosis-Wirkungs-Beziehung spricht für die Plausibilität dieser epidemiologischen Daten. Lässt sich durch die berufliche Tätigkeit eine attributive UV-Belastung von >40% der kumulativen Lebenszeit-UV-Belastung errechnen, so ist davon auszugehen, dass die berufliche UV-Belastung zu einer Verdoppelung des Krebsrisikos geführt hat. Nach derzeit gültigem Berufskrankheitenrecht wäre somit juristisch zu prüfen, ob ein Plattenepithelkarzinom wie eine Berufskrankheit [§9 (3)] anerkannt und entschädigt werden kann. Although it is universally accepted that UV light exposure can cause malignant skin tumors, UV-induced skin cancers are not recognized as an occupational disease in Germany. Exposure to natural or artificial UV light occurs in many work places, so that the induction of occupational skin cancers is certainly plausible. In recent years, a special clause in the occupational disability rules has recognized some cases of UV-induced skin cancers. We discuss the nature of occupational UV exposure, explore preventative measures and review the data regarding occupational UV-induced skin tumors. After evaluating recent publications, we conclude that for squamous cell carcinoma the epidemiological proof of an at least doubled risk (RR >2) due to occupational UV radiation can be given. The clear dose response relationship supports these epidemiological findings. For the individual risk assessment, an attributive UV radiation >40% due to occupational factors must exist. Under those circumstances, squamous cell carcinoma should be recognized and compensated as an occupational disease.

DOI: 10.1007/s00105-003-0652-9

Cite this paper

@article{Diepgen2004HautkrebsUB, title={Hautkrebs und Berufserkrankung}, author={Prof. Dr. T. L. Diepgen and H. Drexler}, journal={Der Hautarzt}, year={2004}, volume={55}, pages={22-27} }