Geschwülste

  • Max Borst
  • Published 2005 in Naturwissenschaften

Abstract

die somit ,die Voraussetzung fiir die Wirl~ung sch~digender Einfliisse is±. Die ga~z iiberwiegende Anza'M der neueren~ For~eher hat sich dl.eser Definit ion ,angesehl~.ssen (Herxheimer, Kraus, Hoffmann, Neumann, z. T. a:uch Tendeloo) und selbst Hart, der, wie ob.e~ .mehr£aeh 'hervorgehoben, in tier Form.ulierung des Ko.nstitution.s:begriffs yon mir atbweicht, hat sieh hinsich$li,ch des DSsposition.s.begriffs mir aa~.geschlossen u~d mei.ne Formulierung fiir bes,onders geei.gnet erklg~rt, einen ,scha'rfen Unterschi'ed zwis.ch.e~ Ko~nstitud,on und Disposition zu. maehen. Nebens~chlieh ersc.hei.nt es rn~r d.abei, o,b mar~ unter Disposi,tio'~ ste~,s eine 5rtliche Ei, genttimliehkei~ sehen will oder ~ttch Allgemeindispositio,n anerke~mt. Nut Brugseh wilI den Disposi±ion,sbegriff 'n~ur fiir des Gebiet tier Infektionskrankheiten,, n icht a.ber fiilr d~e gesamIe Pa.t'holo,g~e gelte~ l~ssen. Offen~.ar weil er ~anter Disposition e'twas lediglieh Neg.~ives, die mangelhaft.e Wide,r.stan.ds,kr:aft ,gegen Schiidti.ehkeiten sieht, was 'abet in me±her t~or,mulieru.ng n.icht lie,g±. Im Gegenteil I wir,& dutch sie der ~}spositionswie der Konsti.tuti,onsbegriff aus einem reir~ pat,holo,gisehen ztt elnem al'lgemein biologischen[ Beso'ndere ~Einteitungen des Dispositions,beg~riffs vorzune.h.men,, scheint mir nic.ht unbedin~g~ nS$ig. Fiir diejenigen, :die un±er Nonstitu.t,ion eVwes in der Keiman.l!a.ge bedin.gtes sehen, wiir,de es a,ber Sinn h~ben, eine konstitutionelle 'un,d e)ne eru'orbene nnd, viel~eieht n~eh ei,ne ~gemischte Disposition z~t unterschelden, w~hrend ffir dieje.nigen, die zwar zu~geb.en, dab Konstitutio:n ein ,dispositionelle!r Faktor seln kann, in der X:onstitntion aber n,ieh~ aIl.ein etwas ,.Ererbt,es" sehen, d.ie,s iilber)fltiss~g is t . . Der Gegensatz zur ko.n.stituti.onellen Disposi±don miit3te .als akzMentelle Dispositlon bezeichnet wm~den. I I~uptaufgabe ~er Forsehnng .abet d~firfte es sein, den morphologisehen ,u,n,d! ~Mo.ehemisehen E,ig, entiimllel~keiten naehzu.sptiren, yon denen die 5rt]ieh n.n8 zeitlieh wee.hse}nde~ Kra, n'khei~sdisposi~io'nen bedi~g't si~d, wobei sowo.M ,hinsiehtlieh ,d'er X~onsti~utionswie Dispo,s.itionsfragen ~.die :breites~e naturwissensehaftliehe Gr~u'~id;a.ge un~bed,i,nigt nS~ig is± 'und auc~ d~ie Phyioge~ie until Ontoge,n~ie n iehf entbehrt werden l~ann. Ab,er seh~r£ste Xri~ik und Vorsieht .ira Verat'lgemeinern is± 'bier besonde,r,e Pftic.ht, wenn dieser junge (Erblich~eitsiehre .ira weiteste.n S inn@ Zwei,g .naturwissensel%aftlieh,e~ Forseh,u~ng n'ich~ in V, err~uf kammen soil. Aneh damit diirfte di~Wissenseb_aft s'ich neeh auf 'den Wegen 'befinden, ,die Rud. Virchow ihr vorge~e.iehnet 'h.a~. Selb.st wenn .man weder die konstiSu~i.onellen noe~ .&ie :dispon~er.enden F.a:ktoren fiir etwas 'lediglieh dureh ,die I(eimesa'nl.age Besti'm.mtes tfiil% w.ird re.an ,den Siitzen. zust±tureen mii.ssen,, ,d.~e Virchow 1872 n~ede,rsehrieb: ,,Ich weni~gstens wiirde .es al.s ein,er~ ,de.r wesentli~hsten Fortsehrl t te der Wi~s.en.setraft be±.raehten, wenn ma~ sich d;ara:r~ .gewShnen wotl~e, in dem Gange d er Untersuchungen iiber die Ur.saehen; der Erkrankufigen der einzelnen O!rg, ane ./tie Fr~ge yon tier .ursprtingliehen ]3esehaffenheit .d, es.selben 'me~r 'in de~-Vorde.r,~r,tm,d z~ st,ellen u~d ihre Erkra.nknngen mi~ ihren ~n~divi,du:ellen Ei, gentii.m~i.chkeiten in Bezi~ehnng ztt brin.gen . . . . jeder, tier u,n;befan.gen, 'a.n ,dde einzetnen' Fglle geht, wird oft gen,u,g sieh ii~b~rzeu.gea kgnnen, wiev~el yon den sogenannten Priidispo,s:itionen .an dde m~sprtin.gliehe Einr iehtung geknapft nnd aus ihr erkliirt werden kann."

DOI: 10.1007/BF01520510

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@article{Borst2005Geschwlste, title={Geschw{\"{u}lste}, author={Max Borst}, journal={Naturwissenschaften}, year={2005}, volume={9}, pages={819-830} }