Funktionsprüfung des Kreislaufs Durch Messung der Herzarbeit

Abstract

Die Leistungsf~higkeit des Kreislaufs zu erkennen, wird letzten Endes stets das Ziel der Herzkreislaufdiagnostik sein. Funktionsprfifungen des tterzens sind in grol?er Zahl im Laufe der Zeit angegeben worden, angefangen yon der einfachen Pulsz~Lhlung bis zur verfeinerten elektrokardiographischen und r6ntgenolog!'schen Diagnostik; doch haben alle Methoden nicht v611ig befriedigen k6nnen, da sie zu sehr das Morphologische am Herzen in den Vordergrund stellen, dagegen die Herzarbeit nur in verschwindend geringem MaB erfassen, geschweige denn eine quanti tat ive Vorstellung yon der Leistung des Zirkulationsapparates geben. In neuerer Zeit hat man dem zirkulatorischen Minutenvolumen (MV.) des Herzens besondere Aufmerksamkeit gesehenkt, da dieses dell einen Kardinalfaktor der Herzarbeit, die Volumenarbeit, wiedergibt. Trotz der grogen Zahl der lXiethoden zur Sehlagvolumenbestimmung konnten die meisten sich deshalb nicht durehsefzen, weil sie auBerordentlich kompliziert waren und oft erst durch Austasten, Interpolieren im Verlauf der Versuchedie Minutenvolumenwerte abgeleitet werden konnten. Wir wollen yon Methoden ganz absehen, die von vornherein auf falschen theoretischen Grundlagen beruhen und die trotzdem, obgleieh dies feststeht, yon einzelnen Autoren immer wieder verwendet werden. LIXDHARD 1, wohl der beste Kenner der Schlagvolmnenbestimmungen, hat einer dieser Methoden, dem Jod~thylverfahren, mit vernichtend scharier Kritik auf dem diesj~hrigen Kongrel3 der Kreislaufforschung hoffentlich endgfiltig die Grabrede gehalten. Dagegen setzt die neue yon GROLLMAN ~ angegebene Fremdgasmethode zur Bestimmung des zirkulatorischen MV. infolge ihrer Einfachheit such den Kliniker in die Lage, bei Patienten MV.-Bestimmungen in kurzen Zeitabst~nden vorzunehmen. Selbstverst~ndlich erfordert auch dieses Verfahren griindliche Kenntnis der gasanalytischen Technik und verlangt eine gewisse praktische Erfahrung. Der zweite groBe Vorteil des nenen Acetylenverfahrens, den in fJbereinstimmung mit uns auch LI~I> ~IARD hervorhebt, liegt darin, dab es Schlagvolumefibestimmnngen bei gr6Berer K_reislaufgeschwindigkeit, also w~hrend der Muskelarbeit, zu machen gestattet. Damit schien nns der Weg zn einer Kreislaufdiagnostik geebnet, die sich nicht nu t auf den Status in der Ruhe bezieht, sondern die Herzleistung bei k6rperlicher Anstrengung erfaBt. Nicht der Ruhekreislauf ist yon Eedeutung, sondern der Kliniker wilt wissen, wie sich das Herzgef~13system bei einer k6rperlichen Leistung verh~It, um die Leistungsf~higkeit seines Patienten beurteilen zu k6nnen. Abet nicht allein die Volumenarbeit des Herzens verdient unser Interesse, mindestens ebenso wiehtig ist der Teil der Herzarbeit, der der Oberwindung der peripheren GefXl3widerst~nde dient bzw. dazu aufgebracht wird, das Schlagvolumen in das GefXBsystem hinauszuschleudern: die Druekarbeit. Das Produkt aus Volumennnd Druckarbei t gibt die wahre I-terzleistung wieder. Man schein~ bei der einseitigen Aufmerksamkeit, die man dem MV., vor allem nach den anregenden Arbeiten y o n E P P I N G E R a, schenkte, die Druckarbeit des Herzens vernachl~ssigt zu haben. Sie ist die Resultante der vom Herzmuskel aufgebrachten Kraft und des Widerstandes im peripheren Gef~tlBsystem, vor allem in den Arteriolen und Capillaren, andererseits wird sie yon der Gr6Be des Einzelschlagvolumens mitbestimmt. Unsere Untersuchungen, fiber die wit anderen Ortes ausftihrlieh berichten werden, waren so angelegt, dab wir kom-

DOI: 10.1007/BF01734659

Cite this paper

@article{Bansi2005FunktionsprfungDK, title={Funktionspr{\"{u}fung des Kreislaufs Durch Messung der Herzarbeit}, author={Privatdozent Dr. H. W. Bansi and Dr. G. Groscurth}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={9}, pages={1902-1907} }