Erosive Gastritis mit Pseudohyperplasie der Schleimhaut (Ménétriersche Erkrankung)

Abstract

Ein subtotal exstirpierter und frisch-fixierter Magen mit dem typischen Bild einer auf das Korpusgebiet beschränkten, gigantisch-hypertrophischen Gastritis bot Gelegenheit, die feinere Histologie dieser Erkrankung zu untersuchen. Dabei war die Frage zu klären, inwieweit die das makroskopische Bild beherrschende, warzig-zottige Beschaffenheit der Schleimhautoberfläche auf eine echte Gewebswucherung zurückgeht oder bloß eine Zusammenschiebung der Schleimhaut infolge Kontraktion der muskulären Wandschichten darstellt. Zu diesem Zwecke wurde die Masse der Schleimhaut, getrennt nach Epithel und Interstitium, sowie die Masse der Muskelschichten, getrennt nach Muscularis propria und Muscularis mucosae, nach einem besonderen Verfahren in kleinen Feldern des kranken und eines histologisch normalen Magens bestimmt. Dabei zeigte sich, daß das Verhältnis der einzelnen Magenwandbestandteile zueinander auch im hypertrophischen Magen praktisch dasselbe bleibt wie im normalen. Es liegt also keine echte Hypertrophie der Schleimhaut, sondern bloß eine Pseudohypertrophie vor. Die Frage muß offenbleiben, inwieweit eine solche Pseudohypertrophie auch bei den übrigen in der Literatur als gigantisch-hypertrophische Gastritis beschriebenen Fällen vorhanden ist. Im vorliegenden Falle wurden außerdem noch eigentümliche Geschwüre, eine chronische Entzündung der ganzen Magenwand sowie lymphangiomatöse Wucherungen unter der Serosa festgestellt.

DOI: 10.1007/BF00955105

Cite this paper

@article{D2004ErosiveGM, title={Erosive Gastritis mit Pseudohyperplasie der Schleimhaut (M{\'e}n{\'e}triersche Erkrankung)}, author={Jacques Gagnon M. D.}, journal={Virchows Archiv f{\"{u}r pathologische Anatomie und Physiologie und f{\"{u}r klinische Medizin}, year={2004}, volume={328}, pages={605-623} }