Eingabe an Ministerien

  • Published 2006 in Anzeiger für Schädlingskunde

Abstract

Herr Minister ! Die ,,Deutsche Gesellsehaft ffir angew. Entomologie" hat sieh die FSrderung der Bekampfung sch~idlicher Insekten zur Aufgabe gestellt. Sie erstrebt laut w 2 ihrer Satzungen ,,vor allem die Durchfiihrung einer zweekdienlichen staatliehen Organisation zur wissenschaftlichen Efforsehtmg und Bek~mpfung der wirtsehaftlieh schiidlichen und der Krankheiten fibel~ragenden Insekten". Seitdem nach einem Aufruf des Ex~tunterzeiehneten im Jahre 1913 alle in Deutschland vorhandenen Arbeitskr/ifte, die zu dem vorgenannten Ziele hinwirken, in unserer Gesellschaff zusammengefai~t worden sind, hat .,die angewandte Entomologie in Deutschland einen ur, geahnten Aufschwung genommen. Die Wiehtigkeit dieses Resultates braucht nicht untei~trichen zu werden, da jedermann het!te weiB, welch grol3e volkswirtsehaftliehe Bedeutung die Bek~impfung der seh/idliehen Insekten hat. Der Aufsehwung der Schiidlingskunde ist freilieh kein gleichm/ii~iger auf der ganzen Linie. Die F o r s t zoo log i e hat in Deutschland yon jeher auf hoher Stufe gestanden, und wir sind darwin wohl auch heute noch im groBen und ganZen allen anderen L~tndern voran. Dagegen steht die landwirtschaftliche Sch~idlingsknmde keineswegs auf gleicher HShe, sie macht nur langsam Fol"csehritte und ist noch immer als rfickst/ind~g zu bezeiehnen. Der Grund ffir diese ungleichm~i[iige Entwicklung beider Zweige der Schitdlingskunde ist leieht zu erkennen. An den Fmsthochschulen bestehen seit vielen Jahrzehnten zoologisehe Professuren, hauptsitehlieh der Erforschung der sch~tdlichen Insekten des Waldes gewidmet. P r o f e s s u r e n f i i r l a n d w i r t s c h a f t l i e l l e I n s e k t e n kunde d a g e g e n g ib t es n i eh t . Wohlbes t eh tande r Landwirtsehafflichen IIochsehule in Berlin eine zoologische Professur, abet dmse dient haupt~ehlich dem Unterricht in allgemeiner Zoologie. An allen anderen Univel~it~ten bezw. Hoehschulen, an denen landwirtschaftlicher Untcrricht erteilt wird, wird im giinstigsten Falle einiger Unterrieht in Schiidlingskunde auf Grund eines Lehrauftrages yon einem Zoologen erteilt. OewShnlich wird unter der Bezeiehmmg ,Unterrieht im Pflanzensehutz" die Lehre yon den tierisehen mid den pflanzliehen Seh~tdlingen zusammengefal~t. So besteht z. B. in Bonn eine ordentliehe Professur ffir Pflanzenpathologie, in Halle ein Extraordinariat, in Berlin ist ein Lehrauftrag fiir Pflanzenschutz erteilt, ebenso in Hohenheim. Diese Vorlesungen liegen in den Hiinden yon Botanikern, und behandeln die Schitdlingskunde nach allgemeinen Gesiehtsptmkten. Die MSglichkeit einer Einfiihrung in die Glamdlagen der angewandten Entomologie, die als Au~angspunkt ftir eme fl'uchtbare Betiitigung in der Schiidlingsbekiimpfung dienen kSnnen, fehlt meist. N i c h t e h e r kann e in W e e h s e l in d iesem v o l k s w i r t s c h a f t l i c h ge rade zu ge f~ ih r l i ehen Zus t and e i n t r e t e n , als his Nachriehten aus der Deutschen Gesellsehaft fiir angewandte Entomologie. 51

DOI: 10.1007/BF02339121

Cite this paper

@article{2006EingabeAM, title={Eingabe an Ministerien}, author={}, journal={Anzeiger f{\"{u}r Sch{\"a}dlingskunde}, year={2006}, volume={2}, pages={51-52} }