Ein Fall geheilter Epispadie

Abstract

Im Herbst vergangenen Jahres wurde mir ein 15jiihriger Knabe, David Uhl aus Mainz gebracht, welcher an totaler Epispadie litt. Der Penis, in seiner gewi~hnlichen etwas nach oben geriehteten Lage circa 3 Cm. lang, war ziemlich gut entwickelt; die Sehwellkiirper liessen sich zu beiden Seiten und etwas naeh hinten durchftihlen und sehienen zuweilen erektil zu werden. Die Vorhaut hing wie eine dicke Schtirze am unteren Abschnitte der Eichel. Zog man das Glied nach abwiirts, so war es circa 6 Cm. lang und zeigte auf dem Rticken einen 3--4 Mm. breiten, mit Sehleimhaut ausgekleideten Halbkanal, der sich vonder Spitze der Eichel bis zur Wurzel des Gliedes erstreckte und hier unter der geschlossenen Symphyse in einen Triehter endete. Der kleine Finger drang ohne MUhe durch diesen Trichter in die Blase. Der Harn tri~ufelte im Stehen fortw~hrend ab. Im Liegen vermochte der Junge zwar etwas Urin zu halten, so viel eben, als in dem naeh dem Rectum zu ausgebuehteten Theile der Harnblase sich ansammeln konnte; stieg aber die ttarnmenge his zu dem Niveau des Trichters, oder erhob sich der Knabe, so floss der Ham ab, wie aus einem iiberlaufenden Gefiisse und benetzte Scrotum und Schenkcl. Der Junge war im Uebrigen gut entwiekelt; beide Hoden lagen im Hodensacke. Doch hatte er fur sein Alter noeh etwas ausserordentlich Kindliches. Es mag dies wohl haupts~ehlieh dureh seine

DOI: 10.1007/BF02826185

Cite this paper

@article{Lossen2007EinFG, title={Ein Fall geheilter Epispadie}, author={Dr. Hermann Lossen}, journal={Deutsche Zeitschrift f{\"{u}r Chirurgie}, year={2007}, volume={10}, pages={487-491} }