Ein Fall Chronischer Pilocarpinvergiftung

Abstract

allenfalls noch bei Lebe r und Milz a n w e n d b a r ist. In der Lunge wurden die G lu t a th ionwer t e bei Wol f f ams~ureen t eiweiBung u m 5o--IOO % h6her gefunden als bei A n w e n d u n g yon TriehloressigsXure, so lern das Organ u n m i t t e l b a r nach d e m Tode v e r a r b e i t e t wurde ; in Lebe r und Milz waren die Un te r sch i ede dagegen sehr ger ing m i t be iden Methoden . t t i e r aus geh t hervor , dab das GlutatMon in der Lunge, ~,hnl ich wie im ar te r ie l len Blute , zu 50--70 % in der SH-Form v o r h a n d e n ist, w~hrend Leber und Milz dasselbe zu 98--100 % in SH-Form en tha l t en . AuffMlenderweise w a r e n die G lu t a th ionwer t e in den Muskeln n u n bei Wol f rams~ure -En te iwe iBung viel niedriger als bei En te iwe iBung mi t Trichloressigs~ure. Dabe i en t sp r ach die St~rke der N i t r o p r u s a i d N a t r i u m A m m o n i a k r eak t ion im Wol f rams~ure f i l t r a t e durehaus dem Ti t ra t ionswer t e und die Ni t ropruss id reak t ion , die iflr die S H G r u p p e cha rak te r i s t i s ch ist, war im Trichloress igs~uref i l t ra t keineswegs st~trker als im Wolf rams~uref i l t ra t . Hie raus muB der Schlul3 gezogen werden , dab das SH-Glu t a th ion im Muskel nu r bei Ente iweiBung mi t Wolf rams~ure r icht ig b e s t i m m t we rden kann, dab dagegen bei En te iwe iBung mi t Trichloresslgs~ture, die b isher zur G l u t a t h i o n b e s t i m m u n g in den Organen ausschlieBlieh a n g e w a n d t wurde, noch andere Subs t anzen m~tbes t immt werden , die e~enfalls in der KMte F e r r i c y a n k a l i u m (oder auch Jodl6sung) bei saurer Reak t i o n reduz ie ren . Diese Subs t anzen k o n n t e n auch du reh nachtrXglichen Zusatz yon wo l f r amsau rem N a t r i u m zum Trichloress igs~uref l l t ra te du rch die e n t s t e h e n d e ~ 'olframs~turef~llung e n t f e r n t werden . Besonders s t a rk war der Un te r sch ied zwischen den Ergebn i s sen bei der ve r sch iedenen Enteiweil3ung, w e n n d~e un t e rguch t en Muskeln vo rhe r Arbe i t gele is te t h a t t e n . Ich habe an andere r Stelle ~bere i t s fiber Versuche ber ich te t , in denen bei E n t e i w e i g u n g mi t Trichloressigs~ure h6here W e r t e fiir G lu t a th ion im Muskel (und im Herzen) ge funden wurden , w e n n vo rhe r eine Zei t lang Muske lkon t r ak t ionen s t a t t g e f u n d e n h a t t e n ; die Yersuche (unter Mi ta rbe i t yon cand. reed. A. VOGLER) w u rd en an 1Ratten angeste l l t , die in einer L a u f t r o m m e l e twa 2 S t u n d e n h i n d u r c h bis nahezu zur E r sch6p fung Muskela rbe i t gele is te t b a t t en . Als ich n u n bei we i te ren Versuchen dieser Ar t die En te iwe iBung m i t Wol f rams~ure anwand te , war das Ergebn is ein ganz anderes : bei Tieren, die ge ruh t ha t t en , war der G lu t a th iongeha l t der Mnskeln im Mit te l yon Io Versuchen 3 7 m g % (Einzelwer te 3 2 4 i m g % ) ; ,mch der Arbeitsleistm~g war der Glutathiongehalt der Muskel.n stark herabgesetzt, er b e t ru g im Mit te l yon 12 Versuchen 23 mg % (Einzelwer t e i2 -3 ~ mg %) ; auffa l lenderweise wurden ebenso niedrige W e r t e gefunden, w e n n die Tiere ers t 3 6 S tunden nach der Arbe i t u n t e r s u c h t wurden, zu e inem Z e i t p u n k t also, an dem sie sich ansche inend bere i t s vollig yon ihrer E r sch6pfung erhol t h a t t e n . Dies Ergebn is s t e h t in E ink lang mi t Be funden yon BLANCHETI~RE, BINET und BIELoN 3, die in 5 Versuchen an H u n d e n im Muskel vor t e t an i sche r Re izung im Mit te l 71 mg % und n a c h derse lben 59 mg % Glu ta th ion fanden , allerdings bei Enteiwefl3ung mi t Trichloressigs~ure. Ant Grund dieser Befunde gewinnt es den Anschein, als ob das Glutathion bei der Arbeit in den Muskeln verbraucht wfirde. Es is t d e m n a c h aussiehtsreich, das Yerha l t en des Glu ta th ions bei der Muske la rbe i t wel te r zu s tudieren, da sich hier viel le icht ein Weg erglbt , die Rolle des Glu ta th ions im Stoffwechsel wel te r aufzukl~ren. Im Herzmuske l lagen die G lu ta th ionwer t c bei Wolframs~Lure-EnteiweiBung ebenfalls n iedr iger als bei V e r w e n d u n g yon Trichloress~gs~ure; doch wurde der G lu ta th iongeha l t des Herzens mi t WolframsAure bci den Arbe i t s t i e ren ebenso hoch gefunden, wie bei den Ruhet ieren. (Aus der mediz;.nischen Universitdtspoliklinik zu Wi~rzburg. [Vorstand: Pro/. Dr. E. Magnus-Alsleben].) L i t e r a t u r : 1 Khn. \u I929; Z. exper. Med. i929 (lm Drnck). _ 2 Verh. dtsch. Ges. inn, Med., W~esbaden, April 1929. -8 C. r. Soc. BBiol. Paris 97, 535 (1927).

DOI: 10.1007/BF01748518

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@article{Milko2005EinFC, title={Ein Fall Chronischer Pilocarpinvergiftung}, author={Dr. Aurel Milko}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={9}, pages={170-171} }