Die histologische Struktur der äußeren Augenmuskeln als Ausdruck ihrer Funktion

Abstract

In den Recti und Obliqui einiger Tiere (Frosch, Kaninchen, Wanderratte, Hund, Katze) wie im Obliquus inferior des Menschen wurden Fasern mit “Felderstruktur” (Krüger) nachgewiesen. Die sog. “bFasern” vonWohlfart in den äußeren Augenmuskeln des Kalbes sind gleichfalls Fasern mit Fe.-Str. Es ist anzunehmen, daß die “sekundären” Muskelfasern in den äußeren Augenmuskeln der Knochenfische (Bühn) den Fasern mit Fe.-Str. der tetrapoden Wirbeltiere entsprechen. Man darf annehmen, daß die äußeren Augenmuskeln anderer Wirbeltiere wie auch die nicht untersuchten Augenmuskeln des Menschen in gleicher Weise beschaffen sind. Die bisher vorliegenden reizphysiologischen und pharmakologischen Befunde verschiedener Autoren über die Reaktion der äußeren Augenmuskeln auf direkte und indirekte Reize wie auf Acetylcholin und Muskelrelaxantien zeigen, daß die Recti und Obliqui neben ihrer Fähigkeit zu schnellen tetanischen auch zu langsamen, tonischen Bewegungen in der Lage sind und daß diese tonischen Bewegungen enge Beziehungen zu den Fusionsbewegungen haben. Die Beziehungen der Fusionsbewegungen zu anderen tonischen Bewegungen der Augen, insbesondere den labyrinthären, bedürfen jedoch ebenso noch der Klärung wie das elektrophysiologische Verhalten der Fusionsbewegungen. Solche Erkenntnisse können für das Verständnis des Begleitschielens fruchtbar sein.

DOI: 10.1007/BF00682330

Cite this paper

@article{Siebeck2004DieHS, title={Die histologische Struktur der {\"a}u\sseren Augenmuskeln als Ausdruck ihrer Funktion}, author={Robert Siebeck and P. -G. Kr{\"{u}ger}, journal={Albrecht von Graefes Archiv f{\"{u}r Ophthalmologie}, year={2004}, volume={156}, pages={637-652} }