Die Augendrucklage, insbesondere das Glaukom bei Ablatio retinae mit Orariß

Abstract

Bei 212 Krankheitsfällen von Ablatio retinae (Abl.) mit Orariß war der Augenbinnendruck in 41% niedriger, in 37% gleich und in 22% höher als am anderen Auge. Vergleichsweise wurden bei 847 Fällen von Abl.ohne Orariß in 71% niedrigere, in 22% gleiche und in 7% höhere Druckwerte gefunden. Bemerkenswert ist der auffällig höhere Prozentsatz von Drucksteigerung beim Orariß. Diese Drucksteigerung wird als Sekundärglaukom nachgewiesen und ist besonders dadurch gekennzeichnet, daß der Tagesablauf invers ist, Mydriatica keine Steigerung bewirken und nach gelungener Operation der Druck niedrig ist. Betroffen werden von diesem Glaukom, wie vom Orariß überhaupt, meist junge Leute bis zu 40 Jahren. Eine Sonderstellung nimmt die Abl. mit Orariß und Glaukom nach Contusio bulbi (15%) ein. Hier kann die Drucksteigerung schon vor der Abl. bestehen und gleicht in manchem dem Primärglaukom. Abgesehen davon ist nach den Begleitsymptomen als Ursache der Drucksteigerung zum Teil Verschluß der abführenden Wege für die intraoculare Flüssigkeit durch Eiweißvermehrung im Kammerwasser und im Glaskörper anzusehen. Aus der größeren Neigung von Augäpfeln gerade mit zirkulären und multiplen Orarissen zur Druckerhöhung ist zu schließen, wie nach Angaben der Literatur auch histologisch erwiesen ist, daß zusätzlich Wucherungen des Pigmentepithels im abgelösten Bezirk die hinteren Abflußwege verlegen. Der größte Anteil an dem Zustandekommen des Glaukoms ist aber einer Irritation des Ciliarkörpers zuzuschreiben, die durch opthalmoskopisch nachweisbare, oranahe Veränderungen entzündlicher oder neurovasculär-degenerativer Genese ausgelöst und unterhalten wird.

DOI: 10.1007/BF00684594

Cite this paper

@article{Huerkamp2004DieAI, title={Die Augendrucklage, insbesondere das Glaukom bei Ablatio retinae mit Orari\ss}, author={Bernhard Huerkamp and Holger Behme}, journal={Albrecht von Graefes Archiv f{\"{u}r Ophthalmologie}, year={2004}, volume={156}, pages={433-442} }