Der antioxidative Status (TAS) der Tränenflüssigkeit vor und nach kombinierten Kurbehandlungen in Bad Hall

Abstract

Sowohl eine erhöhte UV-Einstrahlung als auch Ozon stellen eine Belastung für die in der Tränenflüssigkeit vorhandenen Schutzmechanismen dar. Freie Radikale können dabei die im Tränenfilm enthaltenen Proteine, Mucosubstanzen und Lipide zerstören. Als Folge entsteht das sogenannte „Trockene Auge“. Ziel dieser Studie sollten Untersuchungen zur Frage sein, inwieweit die Anwendung der iodhaltigen Kurmittel Bad Halls den „Gesamtantioxidativen Status“ der Tränenflüssigkeit beinflussen können. 66 unausgewählte Bad Haller Kurpatienten, mit und ohne Beschwerden des “Trockenen Auges” in der Anamnese, wurden zur Untersuchung herangezogen. Mittels Mikrokapillaren mit einem Fassungsvermögen von 4 μl erfolgte die Tränenabnahme vor Kurbeginn und nach Kurende. Das antioxidative Potential der verschiedenen Tränenflüssigkeitsproben wurde photometrisch bestimmt. Die Auswertung des antioxidativen Gesamtpotentials von 127 Tränenflüssigkeitsproben ergab einen signifikanten Anstieg von 0,312 nmol/μl am Kuranfang auf 0,831 nmol/μl zum Kurende. Dabei wurde deutlich, dass Kurgäste in allen Altersgruppen einen signifikanten Anstieg des antioxidativen Potentials nach Absolvierung einer Augenkur erreichen. Diese Studie zeigte, dass die in Bad Hall angewendete Jodkurbehandlung zur Verbesserung des antioxidativen Schutzmechanismus beitragen kann. Eine Erhöhung des natürlichen antioxidativen Schutzpotentials reduziert die Möglichkeiten für den Angriff von freien Radikalen, die eine der Ursachen für die Entstehung des Syndroms „Trockenes Auge“ sein können. Durch eine verbesserte Abwehrkraft des Tränenfilms gegenüber „oxidativem Stress“ ließe sich das Risiko für das Auftreten des umweltinduzierten trockenen Auges vermindern, wobei die mögliche Wirkung von Iodidionen als Sauerstoffradikalfänger diskutiert wird. UV-radiation as well ozone are a burden to the protective mechanisms of the tear liquid. Free radicals can destroy the proteins, mucosubstances and lipids containing in tear liquids, so the “dry eye” arises as a consequence. The aim of this study should be investigations, how the application of the brine containing iodine used for cure treatments in Bad Hall can influence the antioxidant status in the tear liquid. 66 not special selected patients with and without complaints of the symptoms of the “dry eye” took part in this study. Tear samples were taken with microcapillaries with a volume of 4 μl from these patients before and after the cure treatment. The antioxidant status of the tear samples was analyzed by a photometer. The photometric measurement showed a significant increase of the antioxidant status of the 127 samples from 0,312 nmol/μl before to 0,831 nmol/μl after cure treatment. Patients of all groups of age achieved a significant increase of the antioxidant status after the treatment with eyeiontophoresis. This study demonstrated that the cure treatment used in Bad Hall can contribute to an improvement of the antioxidant protective mechanism. An increasing of the natural antioxidant protective potential reduces the possibility of an attack of free radicals, one of the possible causes for arising of the syndrome of “dry eye”. The risk of appearence of the environmentally induced “dry eye” may be decreased by an improved protection of the tear fluid against “oxidative stress”. The possible effect of iodide ions as radical scavengers will be discussed.

DOI: 10.1007/BF03162846

Cite this paper

@article{Rieger2009DerAS, title={Der antioxidative Status (TAS) der Tr{\"a}nenfl{\"{u}ssigkeit vor und nach kombinierten Kurbehandlungen in Bad Hall}, author={Gebhard Rieger and Sirid Griebenow and Rudolf Winkler and E. Stoiser}, journal={Spektrum der Augenheilkunde}, year={2009}, volume={14}, pages={319-324} }